Serhij Zhadan

Warum ich nicht im Netz bin

Gedichte und Prosa aus dem Krieg
Cover: Warum ich nicht im Netz bin
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783518072875
Kartoniert, 180 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe und Esther Kinsky. "Schlimm ist es zu sehen, wie Geschichte entsteht." Seit Sommer 2014 notiert Serhij Zhadan, was ihm auf seinen Reisen ins ostukrainische Kriegsgebiet widerfährt. Es sind lyrische Momentaufnahmen, die das Essentielle jäh aufscheinen lassen, Kürzestgeschichten über Menschen, die plötzlich auf zwei verfeindeten Seiten stehen oder nicht mehr wissen, wo sie hingehören und was aus ihnen werden soll. Wenige Strophen vermitteln etwas von der Tragödie Millionen Einzelner. In den lakonischen Versen ist die Bedeutung Brechts spürbar, dessen Lyrik Zhadan seit der ukrainischen Revolution übersetzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2017

Kerstin Holm ist ohnehin großer Fan des Romanciers, Dichters und Begründers einer Ska-Punk-Band, Serhij Zhadan, der ihr von der Ukraine "hart rhythmisiert wie ein Raptext" erzählt. Das neue Buch aber, das Gedichte und Prosatexte über die Zeit des Krieges gegen die russischen Milizen im Osten den Landes versammelt, ist ein Meisterwerk, schwärmt die Kritikerin: Aus düsteren Erfahrungen spinnt Zhadan darin, ein wenig ernsthafter als bisher, literarisches "Gold". Nach und nach setzt sich für Holm aus Porträts, Charakterstudien, Kriegsszenarien und Reiseskizzen ein dichtes Bild der Situation in der Ostukraine zusammen, das lange nachhallt. Großes Lob spendet die Kritikerin auch den Übersetzerinnen Claudia Dathe und Esther Kinsky, die Zhadans Drive und "rotzigen Balladenton" poetisch und punktgenau ins Deutsche übertragen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2016

Ilma Rakusa schätzt die Differenziertheit und die Vorurteilslosigkeit, mit welcher der aus der Ostukraine stammende Dichter und Musiker Serhij Zhadan die Verhältnisse in seinem Land beschreibt. Als eine der wichtigsten Stimmen der ukrainischen Gegenwartsliteratur kennt sie Zhadan. Die im Band versammelten Gedichte, Songtexte und Tagebuchaufzeichnungen über Kriegsschicksale lassen Rakusa erkennen, wie individuell die Wahrheit ist. Zhadans Fähigkeit zuzuhören, seine Leidenschaft, die Erinnerung zu befragen und sie mit ausdrucksstarken Mitteln in Worte zu fassen, kann sie nur bewundern. Die Gedichte scheinen ihr von suggestiver Wucht, die Tagebucheinträge ungeschönt und präzis und trotz des geschilderten Chaos voller Optimismus. Eine Bastion gegen die ideologische Manipulation, meint sie.

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