Tamara Duda

Donezk Girl

Roman
Cover: Donezk Girl
Friedrich Mauke Verlag, Jena 2025
ISBN 9783948259129
Gebunden, 368 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ukrainischen von Annegret Becker, Alexander Kratochvil und Lukas Joura. Donezk im Frühjahr 2014. Eine junge Frau, Elfe genannt, kam als junges Mädchen aus Wolhynien in den Donbas, um fortan bei ihrer Großmutter zu leben. Hier behauptet sie sich gegen einen grauen Alltag, baut sie sich eine Existenz als Glasgestalterin und erfolgreiche Unternehmerin auf - gegen alle Widerstände. Doch dann tauchen bewaffnete Männer auf, kommen russische Soldaten, erst verdeckt, dann offen. Elfe beginnt, sich gegen die Invasion, die ihr alles zu nehmen droht, zu wehren.Tamara Duda beschreibt in ihrem Roman aus eigenem Erleben, wie sich Donezk im Jahr 2014 zunächst unmerklich, dann immer unwiderruflicher veränderte. Wie Menschen, Häuser und ganze Stadtteile zerstört werden, wie Plünderung und Gewalt alltäglich wurden, wie russischen Besatzer immer weiter vordrangen und wie sich die Einheimischen dazu verhielten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.05.2025

Rezensent Jens Uthoff trifft sich mit Tamara Duda und bespricht bei dieser Gelegenheit deren nun auch auf Deutsch vorliegenden Erfolgsroman. In dessen Zentrum steht, so Uthoffs Zusammenfassung, eine "Töchterchen" genannte Ukrainerin, die aus einem Ort im Westen der Ukraine stammt und sich nach 2014 aufmacht nach Donezk, um die ukrainische Armee in ihrem Kampf gegen von Russland gesteuerte Separatisten zu unterstützen. Auf eigenen Erlebnissen der Autorin beruht dieses Buch, erfährt Uthoff, konkretes Vorbild für Töchterchen ist eine andere Helferin der Armee, die eine Unterstützergruppe aufgebaut hatte. Man erfährt, so der Rezensent, viel über die Unsicherheit, die diese Zeit prägte, auf ukrainischer Seite musste man, um gegen den Aggressor anzukämpfen, Allianzen unter anderem mit Rechtsextremen eingehen, außerdem zieht das Buch Vergleiche zwischen der Situation im Donbass nach 2014 und antiukrainischer Verfolgung in der Sowjetunion. Insgesamt, so der Tenor der Besprechung, ist das ein unbedingt lesenswertes Buch über die Bedeutung der Donbass-Region und speziell die Stadt Donezk, den Ort der Handlung, für die Ukraine.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.03.2025

Wie es wirklich war, als 2014 russische Soldaten in den Osten der Ukraine eindrangen und begannen, ihn zu besetzen, kann Rezensentin Elena Gorgis in Tamara Dudas Buch nachlesen. Die Hauptfigur, genannt "Töchterchen", entwickelt sich durch die Bedrohung vom "grauen Mäuschen" zur entschlossenen Kämpferin, die die ukrainischen Soldaten erst mit Kohlrouladen, später mit Waffen versorgt. "Apokalyptisch" wirkt vieles in diesem Panorama von Donezk und seinen Bewohnern, so die Kritikerin, und doch haben wir es mit ganz realen Ereignissen zu tun, die viel zu lange verdrängt wurden. Auf Romantisierungen verzichtet die Autorin, versichert die Kritikerin, die schlimme Alltagsrealität der Besatzung und die Verbrechen der russischen Armee werden der Leserschaft deutlich vor Augen geführt. Gerade in Anbetracht der sich verändernden politischen Lage ist dies ein dringend zu empfehlendes Buch, schließt die Kritikerin.

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