Aus dem Spanischen von Timo Berger. Immer wieder ist es der Hafen von Sergio Raimondis Heimatstadt Bahía Blanca, der in seinen Gedichten zum Ausgangspunkt der lyrischen Erkundung einer Welt wird, die über die Grenzen Argentiniens und Südamerikas weit hinaus reicht. Im Wörterbuch dieses Dichters werden Verkehrsrouten, Produktionsanlagen und Erfindungen, mit denen der Mensch seinen Planeten durchrastert und durchrechnet hat, zum Ausgangspunkt einer weit fliegenden, in der literarischen Form gleichwohl streng gehandhabten Betrachtung der Welt und ihrer Verwandlung. Alle Motive, die diesen Versen ihr Thema geben, münden in einen lyrisch gefassten Gedanken darüber, wie der Mensch in diesen modernen Zeiten lebt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012
Zur Freude des Rezensenten Nico Bleutge hat der Berenberg Verlag eine Lyrikreihe eröffnet, deren erste Bände von Sergio Raimondi und Jeffrey Yang schon mal seinen Beifall finden. Sergio Raimondi zeigt in seinen Gedichten, die zumeist lange Textblöcke sind, großes Interesse am Stofflichen, Handwerklichen und ihren Phänomenen, stellt der Rezensent fest. Mit Vorliebe zeichne er die standardisierten Produktionsabläufe nach. So finden auch moderne Silo- oder Betonanlagen ihren Weg in seine Gedichte, wobei es den argentinischen Dichter auch interessiert, wie über sie gesprochen wird, erklärt Bleutge. Die Übersetzung ins Deutsche durch Timo Berger lobt er als gelungen und nur manchmal findet er, dass die Gedichte zu sehr auf eine Pointe zielen. Alles in allem aber gibt ihm der Band Hoffnung auf weitere schöne Publikationen der neuen Lyrikreihe.
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