Carla Maliandi

Das deutsche Zimmer

Roman
Cover: Das deutsche Zimmer
Berenberg Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783946334590
Gebunden, 168 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Heidelberg, nur nach Heidelberg. Was genau sie aus Buenos Aires in die deutsche Hauptstadt der Romantik treibt, weiß die namenlose Erzählerin in diesem schnörkellosen und gleichzeitig verwunschenem Romandebüt auch nicht recht. Ganz sicher hat es etwas damit zu tun, dass ihre Eltern vor der argentinischen Militärjunta dorthin geflohen waren, dass sie allerfrüheste Kindheitserinnerungen an die Gassen am Neckar hat, das Schloss, die Hügel, den Nebel. Doch das begleitet diese Geschichte allenfalls wie ein unterirdischer Fluss. An der Oberfläche findet und verliert die junge Frau alte und neue Freunde, probiert Lieben aus, sucht nach Unbestimmtem und traumwandelt durch die Stadt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2019

Rezensent Rudolf von Bitter wird nicht warm mit Carla Maliandis verworrener Geschichte um eine junge argentinische Frau auf Selbstfindungstrip in Deutschland. Allerlei wundersame und märchenhaft anmutende Begebenheiten im Text erscheinen ihm nicht magisch, sondern schlicht unwahrscheinlich, die beschriebenen zwischenmenschlichen Begegnungen findet er klischeehaft. Alles in allem erinnert das Buch den Rezensenten an deutsche Selbstfindungsliteratur der 70er und 80er - keine allzu gute Erinnerung, wie es aussieht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.09.2019

Carla Maliandis Roman beginnt als mitreißender, teils witziger, "stilistisch sehr prägnanter" Studentenroman und endet als verkitschtes Märchen, resümiert Rezensent Dirk Fuhrig: Eine Frau mittleren Alters flieht aus ihrem öden Alltag in Buenos Aires nach Heidelberg, wo sie als Tochter geflüchteter Intellektueller aufgewachsen ist. Sie zieht in eine Studentenwohnung, freundet sich mit einer jungen Japanerin an, stellt fest, dass sie schwanger ist, und wird von einem argentinischen Studenten umschwärmt. Kurz darauf bringt sich ihre neue Freundin jedoch um, woraufhin deren Mutter auftaucht, mit der die Protagonistin eine seltsame Einsamkeit verbindet. Eigentlich, so Fuhrig, sind alle Figuren in "Das deutsche Zimmer" auf ihre Art verloren. Keiner fühlt sich in Deutschland wirklich beheimatet, keiner weiß, wo er hingehört, geschweige denn wo er hin will. Bis hierhin hat der Rezensent "Das deutsche Zimmer" gerne gelesen, doch sobald Meliandis Protagonistin wortwörtlich das Eis überquert und im Wald auf Hexen und andere rätselhafte Erscheinungen stößt, rutscht die Erzählung leider ab, so der enttäuschte Rezensent.
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