Maria Sonia Cristoff

Lasst mich da raus

Roman
Cover: Lasst mich da raus
Berenberg Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783937834863
Gebunden, 120 Seiten, 20 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Mara, eine so depressive wie misanthrope Konferenzdolmetscherin, will endlich ihre Ruhe haben. Ein Jahr mindestens. Und so nimmt sie in einem obskuren Heimatkundemuseum in der Provinz eine Stelle als Saalwächterin an. Dumm nur, dass sie schon rasch befördert wird und einem geschwätzigen Tierpräparator zur Hand gehen soll. Soll das Schweigejahr nicht für die Katz sein, gilt es, drastischere Maßnahmen zu ergreifen - die zu allseitigem Erstaunen eine Art Happy End mit sich bringen (außer vielleicht für den Präparator).

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2016

Knapp, aber hymnisch bespricht Irene Bazinger den neuen Roman der argentinischen Autorin Maria Sonia Christoff, die sie für ihre Kunst der grotesken Konstellationen, absonderlichen Assoziationen und Verschrobenheiten schätzt. Mit der Geschichte um die Simultandolmetscherin Mara, die aus Kommunikations-Überdruss beschließt, eine Stelle als Saalwächterin eines Museums anzunehmen und unglücklicherweise bald einem geschwätzigen Restaurator für ausgestopfte Pferde zur Seite gestellt wird, gelingt Christoff einmal mehr eine wunderbar plastische und bizarre Erzählung, die individuelle Erfahrungen mit der Weltgeschichte zu verbinden weiß, schwärmt die Kritikerin. So liest Bazinger neben Verweisen auf Joris Karl Huysmans und oder Bruce Chatwin auch Passagen über die Kolonialisierung Südamerikas, die Probleme von Flugpionierinnen zu Beginn der Luftfahrt oder das Klonen von Tieren und bewundert, wie es der Autorin gelingt, mit beeindruckender Leichtigkeit und Dichte aus dem "Tollhaus der Gegenwart" zu berichten. Nicht zuletzt lobt die Rezensentin die Übersetzung von Peter Kultzen, der Christoffs detailverliebte, "heißkalt schnörkellose" Sprache gekonnt ins Deutsche überträgt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.02.2016

Katharina Granzin scheint ziemlich überrascht zu sein von diesem kleinen Roman von María Sonia Christoff. Was die Autorin aus der Geschichte einer anarchistisch motivierten Aussteigerin zaubert, die sich in die argentinische Provinz verkrümelt, wo sie Gelassenheit übt, findet sie beachtlich. Schon, da es Christoff gelingt, Narration und Reflexion so geschmeidig zu vereinen, ohne auf einen doppelten Boden zu verzichten! Unter der polierten Oberfläche des Textes entdeckt Granzin "struppiges" Terrain. Das zu erkunden, scheint ihr eine große Freude zu sein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2015

Rezensentin Eva-Christina Meier scheint fasziniert von María Sonia Cristoffs zweitem Roman. Das liegt an der Ausgefeiltheit der Komposition aus argentinischen Mythen, historischen Anekdoten und nationaler Identität. Die in einem Provinzmuseum 65 Kilometer von Buenos Aires spielende Geschichte um eine junge Frau, die ein Projekt des Schweigens initiiert, überzeugt Meier als anregendes Spiel mit Fiktion und Fakten in der Tradition der lateinamerikanischen "cronicas". Assoziativ und referenzreich eröffnet der Text Meier ein ganz neues Lektüreerlebnis.
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