Maria Sonia Cristoff

Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen

Cover: Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen
Berenberg Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783937834528
Gebunden, 96 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Liebe ist schön. Aber jeden Morgen Punkt drei Uhr durch die Wände erlauscht, wird sie eine tierische Zumutung: Am Ende muss man fliehen, um woanders zu schlafen. In der U-Bahn, im Cafe oder auf einer Bank im Zoo. Im Angesicht der Tiere. Dort, im Halbschlaf, sind Maria Sonia Cristoff diese tiefen, hinterlistigen Gedanken über Mensch und Tier eingefallen: Nachforschungen, Verdachtsmomente, Überlegungen zum Alltag der Zootiere und zum Alltag der Städtebewohner. Dies ist ein federleichtes, sehr ironisches Buch, getragen von großer Liebe zu den Tieren, mit denen der Mensch so viel Schlimmes anstellt, ohne sich viel dabei zu denken. Würden sie sich an all das erinnern - wie manch Elefant oder Löwe in Afrika -, es bliebe kein Stein auf dem anderen und wir wären vom Aussterben bedroht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2012

Entzückt ist Rezensent Franz Haas von dem zwischen Erzählung und Essay changierenden Prosatext der bulgarischstämmigen in Argentinien lebenden Autorin Maria Sonia Cristoff. Eine durch sexuelle Hyperaktivität des Nachbarpärchens um den Schlaf gebrachte Ich-Erzählerin macht sich im Zoo von Buenos Aires Gedanken: über Gott und die Welt und vor allem das Verhältnis von Mensch und Tier oder über die Literaturszene; dann wieder erinnert sie sich an ihre Zeit als Reiseschriftstellerin (deren Reportagen der Rezensent schätzen gelernt hat) und als Englischlehrerin, erfahren wir. Haas findet die in Gedankensprüngen voranschreitenden Reflexionen so elegant wie anregend und er kann nur hoffen, dass sie der Autorin im gleichen Maße Linderung ihres Schlafmangels gebracht haben wie sie ihren Lesern damit "Vergnügen" bereitet.

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