Herausgegeben von Ernst Falzeder, Eva Brabant und Patrizia Giamperi-Deutsch. Dieser letzte Halbband der Freud-Ferenczi-Korrespondenz umfasst die Jahre von 1925 bis zu Ferenczis Tod im Jahr 1933. Ferenczi verfasst während dieser Zeit seine wohl interessantesten, aber auch umstrittenen Beiträge zur Theorie und Technik der Psychoanalyse (v. a. "Sprachverwirrung zwischen den Erwachsenen und dem Kind. Die Sprache der Zärtlichkeit und der Leidenschaft", 1933); Freuds Werk beschäftigt sich mit Revisionen der psychoanalytischen Theorie ("Hemmung, Symptom und Angst", 1926), mit autobiographischen und historischen Beiträgen ("Selbstdarstellung", 1925), mit kulturkritischen und religiösen Themen ("Das Unbehagen in der Kultur", 1930) und der Entwicklung der weiblichen Sexualität ("Über die weibliche Sexualität", 1931).
Ein "Drama, das allen Menschen bekannt ist", dokumentieren Ernst Falzeder und Eva Brabant mit der Herausgabe des Briefwechsels zwischen Sigmund Freud und Sandor Ferenczi, schreibt Rezensent Bernd Nitzschke. Die Korrespondenz, die mit Erscheinen des letzten Teilbandes nun komplett vorliegt, umfasst über 1500 Briefe von 1908 bis 1933. Wer jedoch hofft, mehr über "äußere Ereignisse" dieser Zeit zu erfahren, dürfte enttäuscht werden, weiß der Kritiker. Thematisiert werde vielmehr Ferenczis "zähe" Idealisierung Freuds, seine Suche nach einem Vaterersatz, den Freud ihm bereitwillig geliefert habe. Doch auch "unterdrückte" Aggressionen treten bei aller Verehrung in den Briefen hervor, weiß der Kritiker. Und so zeuge das gesamte Buch auf "einzigartige" Weise vom "Unabhängigkeitskampf" Ferenczis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2005
Ludger Lütkehaus stellt angesichts des sechsten Bandes der Briefwechsel Sigmund Freuds, mit dem diese Edition abgeschlossen ist, fest, dass "die Arbeit der Herausgeber immer besser geworden ist". Waren seiner Meinung nach insbesondere bei den ersten beiden Korrespondenzbänden Freuds noch "editorische Mängel" zu beklagen, sieht er mit diesem Band, dem von 1908 bis 1933 währenden Briefwechsel mit dem ungarischen Psychoanalytiker Sandor Ferenczi, das Editionsprojekt "erfolgreich" beendet. Lediglich bei der Einleitung von Andre Haynal beschwert sich der Rezensent über "stilistische Marotten", beispielsweise die Häufung von rhetorischen Fragen. Davon abgesehen aber würdigt Lütkehaus die Korrespondenz zwischen Freud und Ferenczi, die nicht nur die anfängliche tiefe Freundschaft, sondern auch ihr Zerwürfnis dokumentiert, als den "aufschlussreichsten" Briefwechsel für die Geschichte der Psychoanalyse.
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