Herausgegeben von Gerhard Wittenberger und Christfried Tögel. Freuds treueste Schüler und Anhänger hatten im Jahre 1912 ein 'Geheimes Komitee' gegründet, das die Sache der Psychoanalyse gegen alle äußeren Fährnisse verteidigen sollte. Diese Gruppe ? Sigmund Freud, Otto Rank, Karl Abraham, Hanns Sachs, Max Eitingon, Sandor Ferenczi und Ernest Jones ? korrespondierte über viele Jahre intensiv miteinander. Doch scheinen immer wieder Konflikte und Spannungen hindurch, die aus einer Geschäftskorrespondenz ? die die Rundbriefe vordergründig darstellen ?, Dokumente zur inneren Dynamik einer Gruppe von Männern machen, von denen sich jeder mehr oder weniger Hoffnung machte, als Nachfolger Freuds auserkoren zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2002
Der mit LL. zeichnende Rezensent bemerkt in seiner Kurzkritik des zweiten Bandes der Rundbriefe des psychoanalytischen Kreises um Freud, dass sich neben eher "psychoanalysehistorisch" interessantem Material auch "unverhofft aktuelle" Themen finden lassen: etwa die Frage der Kindererziehung ohne Vater. Allerdings sieht der Rezensent an der Haltung zu dieser Frage auch die "Grenzen" der wie er meint auch heute noch "revolutionären" Psychoanalyse aufgezeigt: Freud versprach sich von vaterlosen Kindern nicht viel.
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