Aus dem Spanischen von Horst Rosenberg. Es ist nicht leicht, das Leben eines Polizeibeamten in Mexiko-City. Carlos Hernandez muss sehen, wie er klar kommt. Da sind "kleine Geschäfte" an der Tagesordnung. Seine Frau und seine Kinder kosten Geld, seine Nebenfrau und deren Kinder noch mehr. Und seine Vorgesetzten und Kollegen wollen auch noch was abhaben. Wie soll Carlos da noch Zeit finden, den Mord an einem Gringo in einem Stundenhotel aufzuklären, einem "Cineasten", der tödliche Orgien unter dem Auge einer Kamera inszeniert hat. Doch Carlos stürzt sich in den Fall, wühlt im Dreck und versucht, in einem Mexiko, in dem alles zu haben ist, außer Gerechtigkeit, ein Minimum von Moral zu bewahren.
Lars Brinkmann stellt einen neuen Krimiautor vor, neu auf dem deutschen Markt zumindest: den aus Argentinien stammenden Rolo Diez, der seit Zeiten der Militärdiktatur in Mexiko lebt und Mexiko-Stadt zum Austragungsort seiner Antiheldenphantasien macht. Eine Stadt, so Brinkmann, in der das Überqueren einer Straße eine Stunde dauern kann, in der sich alles um "Sex & Pesos & Bier" dreht, so wie bei Carlos Hernandez, dem Protagonisten des "Tequila-Effekts". Hernandez ist Polizeioffizier, mindestens ebenso korrupt wie seine Vorgesetzten, aber womöglich gewiefter. Die Handlung lässt Brinkmann im Dunkeln, jedenfalls spielen jede Menge dunkle Geschäfte und Schweinereien mit. Mexiko-Stadt gibt aber mehr als eine stereotype Kulisse ab, versichert unser Rezensent. "Der Tequila-Effekt" ist "gemeiner Trash", bei dem sich Brinkmann prächtig amüsiert hat; er fühlte sich gar positiv an Jim Thompsons "Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen" oder Boris Vians "Ich werde auf eure Gräber spucken" erinnert
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