Guadalupe Nettel

Nach dem Winter

Roman
Cover: Nach dem Winter
Karl Blessing Verlag, München 2018
ISBN 9783896676139
Gebunden, 352 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Carola Fischer. Claudio ist Lektor in einem Verlag und lebt seit vielen Jahren in New York, nachdem ihn der tragische Verlust seiner ersten großen Liebe aus seiner Heimatstadt Havanna vertrieben hat. Cecilia studiert in Paris. Seit ihrer Kindheit in Mexiko hat sie ein besonderes Faible für Friedhöfe und liebt es, zwischen den Gräbern des Père-Lachaise spazieren zu gehen. Als Claudio und Cecilia sich über gemeinsame Freunde in Paris kennenlernen, verlieben sie sich ineinander, obwohl sie beide in andere Beziehungen verwickelt sind. Über die Distanz hinweg tauschen sie E-Mails, Gedanken, selbst zusammengestellte Musikcompilations aus. Doch als Cecilia nach New York fliegt, um Claudio zu besuchen, entwickelt sich ihre Beziehung ganz anders als erwartet ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2018

Bei aller Leichtigkeit, die Rezensent Ralph Hammerthaler Guadalupe Nettels neuem Roman und insbesondere dessen "geschmeidiger" Sprache zunächst attestiert, bleibt der Kritiker nach der Lektüre doch sehr enttäuscht zurück: Die vor allem in den migrantischen Vierteln von Paris, mitunter aber auch in New York und Havanna spielende Geschichte um die Affäre zwischen der mexikanischen Studentin Cecilia und dem fünfzehn Jahre älteren kubanischen Lektor Claudio ächzt nicht nur unter der schicksalsschweren Last, die Nettel ihren Figuren bald auflädt, sondern ihr mangelt es auch zunehmend an Logik, wie der Kritiker mit diebischer Freude nachweist. Ein wenig mehr Vorstellungsvermögen seitens der Autorin und mehr Obacht durch den Lektor und die Übersetzer hätten dem Roman gut getan, meint er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2018

Rezensent Paul Ingendaay ist ein bisschen enttäuscht von Guadalupe Nettels Ballade. Dabei führt die mexikanische Autorin den Leser in ihre Geschichte um die kurz aufflammende Liebe zweier lateinamerikanischer Immigranten in der Fremde zunächst durchaus elegant ein, lakonisch und mit einen Hauch Komik, so Ingendaay. Leichtigkeit und Glaubwürdigkeit jedoch schwinden im weiteren Verlauf, stellt der Rezensent betrübt fest. Sprachlich unspektakulär bleibt die Story laut Ingendaay, doch der Gesamteindruck ist der einer atmosphärischen Dichte, räumt er ein. Unverständlich bleibt ihm, wieso am Ende noch eine Moral her muss. Das ist zu billig, findet Ingendaay.
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