Aus dem Spanischen von Susanne Mende. Vier Männer kommen nach Bosque, einer Kleinstadt irgendwo in Argentinien, und wollen die dortige Bank ausrauben. Die vier sind keine Profis; sie sind nicht mehr ganz jung, vom Leben etwas ramponiert, eher melancholisch als tough. Im Städtchen herrscht eine seltsame Stimmung. Alles scheint perfekt, geordnet, freundlich, bevölkert von lebensfrohen Menschen. Doch irgendetwas stimmt nicht. Der Bankraub gelingt, doch dann schnappt die Falle zu: Alle Ausgänge aus dem Ort sind verbarrikadiert. Das Städtchen erwacht aus seiner Lethargie, und Jagdfieber erfasst einen Großteil seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Wir begleiten abwechselnd die vier Bankräuber auf ihren individuellen Fluchtwegen, beobachten sie in absurdesten Situationen und lernen auf diese Weise das Städtchen und seine Bevölkerung kennen, die Abgründe hinter der freundlichen Fassade, die Angst vor dem Fremden, die Heuchelei, die ständig lauernde Gewalt.
Als "bösen Roman voll grimmigen Humors" hat Rezensent Tobias Gohlis diesen Kriminalroman genossen, seinem Eindruck zufolge eine Geschichte über die unterschiedlichsten Erscheinungsformen von Gewalt, die in einem argentinischen Provinznest spielt. Da wird, wie wir lesen, unter anderem der Dorftrottel unter Gegröhl mit einer Hure verheiratet und für vier menschen- und tierequälende Gangster endet ein Banküberfall tödlich. Zu den besonderen Genüssen dieser Prosa zählt der Rezensent die Lakonie, mit der Antonio dal Masetto jeden Exzess zugleich "natürlich, notwendig und grotesk" wirken lasse, wie jede psychologische und sonstige Erklärung unter der Kälte seines Blicks zerfallen würde. Auch die Übersetzung von Susanna Mende erhält Bestnoten.
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