Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2002
Eine hervorragende Arbeit habe der Autor schon einmal mit einer Arbeit über den französischen Philosophen Blaise Pascal geleistet, meint Hanno Helbling, und auch mit seinem neuen Buch über "Die Schwester des Philosophen" stelle Leutenberger sein sensibles Vorgehen erneut unter Beweis. Die Biografie handelt eine heikle Epoche des 17. Jahrhunderts und der Kirchengeschichte ab, die durch einen Prozess des innerkatholischen Aufruhrs gekennzeichnet war. Jacqueline Pascal, berichtet Helbling, ging ins Kloster Port-Royal, das sich zu den Jensenisten bekannte. Die Klosterfrauen standen damit im Widerspruch zur Kirche, da sie - in einem frühen und so anderen Emanzipationskampf als heute - eine an Augustinus orientierte Spiritualität für sich in Anspruch nahmen. Leuenberger interessiere vor allem die Mentalität dieser Frauen, für die Jacqueline Pascal nur beispielhaft steht, meint Helbling. Sie empörten sich in ihrer radikalen Demut gegen jede Form der staatlichen wie geistlichen Tyrannei und stritten für die Entfaltung ihrer religiösen Autonomie.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…