Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2002
Eine hervorragende Arbeit habe der Autor schon einmal mit einer Arbeit über den französischen Philosophen Blaise Pascal geleistet, meint Hanno Helbling, und auch mit seinem neuen Buch über "Die Schwester des Philosophen" stelle Leutenberger sein sensibles Vorgehen erneut unter Beweis. Die Biografie handelt eine heikle Epoche des 17. Jahrhunderts und der Kirchengeschichte ab, die durch einen Prozess des innerkatholischen Aufruhrs gekennzeichnet war. Jacqueline Pascal, berichtet Helbling, ging ins Kloster Port-Royal, das sich zu den Jensenisten bekannte. Die Klosterfrauen standen damit im Widerspruch zur Kirche, da sie - in einem frühen und so anderen Emanzipationskampf als heute - eine an Augustinus orientierte Spiritualität für sich in Anspruch nahmen. Leuenberger interessiere vor allem die Mentalität dieser Frauen, für die Jacqueline Pascal nur beispielhaft steht, meint Helbling. Sie empörten sich in ihrer radikalen Demut gegen jede Form der staatlichen wie geistlichen Tyrannei und stritten für die Entfaltung ihrer religiösen Autonomie.
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