Herausgegeben von Thorsten Burkard, Günter Hess, Wilhelm Kühlmann und Julius Oswald. Jacob Balde SJ (1604-1668) gilt als der bedeutendste deutsche Dichter lateinischer Sprache. Von seinen europäischen Zeitgenossen wurde er als "deutscher Horaz" gefeiert. Unter Kurfürst Maximilian I. wirkte er in München als Lehrer der Rhetorik, Prinzenerzieher, Hofprediger und Historiograf. Zur 400. Wiederkehr seines Geburtstags stellten renommierte Balde-Forscher auf einer internationalen Tagung neue Forschungsergebnisse zur Diskussion.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2006
Burkhard Müller würdigt den "umfangreichen wie verdienstvollen" Sammelband über den jesuitischen Barockdichter Jacob Balde (1604-1668), dessen umfassendes Werk an den kurfürstlich-bayerischen Höfen entstanden ist. Obwohl Jacob Balde eine größere Aufmerksamkeit im Kanon seiner Zeit und innerhalb der meist protestantischen Barockdichter verdient habe, zeigen die Aufsätze zugleich auch die Grenzen einer breiten Rezeption auf: Balde schrieb auf Latein und zudem allegorisch verschlüsselt. Es finden sich aber auch für den "allgemeinen Leser" zugängliche und faszinierende Poeme und Interpretationen, wie die Epitaphe für die Gräber von Philosophen, die in der Verbindung mit den abgebildeten Kupferstichen eine "unerhörte" Drastik des zentralen barocken Vanitas-Motivs bezeugen: "Hier ist beigesetzt der ganze Demokrit. / Seine kranke Lunge hat laut über das Leben gelacht."
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