Ganz gleich, wer in Berlin regiert, die Bertelsmann Stiftung aus Gütersloh regiert immer mit. Sie platziert ihr Personal auf den höchsten politischen Etagen in Berlin und Brüssel. Ob bei Sozialreformen, im Gesundheitswesen oder in der Bildungspolitik: Stiftungsexperten beeinflussen Gesetzesentwürfe und Reformen im Sinne der Unternehmens- und Familieninteressen. Die Konsequenzen spüren wir alle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2010
Eigen- und Gemeinwohl bedingen und durchdringen einander, aber erst in Thomas Schulers Buch über die "Bertelsmannrepublik Deutschland" hat Jürgen Kaube gelernt, wie eng die beiden Interessen zusammengedacht werden können. Für Reinhard Mohn war klar: was Bertelsmann nützt, nützt auch Deutschland. Beispielsweise predigt die Bertelsmann-Stiftung ein Outsourcing der öffentlichen Verwaltung, und das Bertelsmann-Subunternehmen Arvato bietet für genau diesen Zweck maßgeschneiderte Lösungen. In mehreren Feldern sieht Kaube Schulers Vermutung bestätigt, dass die Bertelsmann-Stiftung hier ganz gezielt agiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2010
Erhellend findet Indira Gurbaxani diese kritische Auseinandersetzung mit der Bertelsmann-Stiftung von Thomas Schuler. Der Journalist zeigt ihres Erachtens stichhaltig, dass die 1977 gegründete Bertelsmann-Stiftung weniger dem Zweck der Gemeinnützigkeit dient als den Interessen der Bertelsmann AG. Anhand zahlreicher Belege führe der Autor vor Augen, wie die Stiftung Einfluss auf die Eliten in Politik und Gesellschaft nimmt. Auch die steuersparenden Verflechtungen zwischen von Bertelsmann Stiftung und Bertelsmann AG werden laut Rezensentin kritisch unter die Lupe genommen. Gurbaxanis Fazit: Schuler gelingt es überzeugend, den "Missstand des deutschen Stiftungswesens anhand der Bertelsmann-Stiftung" darzustellen.
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