Zweisprachige Ausgabe: Französisch-Deutsch. Siebzehn Jahre vergehen vom ersten Entwurf bis zur Publikation der Neuen Impressionen aus Afrika, dem letzten zu Lebzeiten erschienenen Werk Raymond Roussels. Es ist zugleich sein rätselhaftestes: ein optisches Dispositiv, eine Sprachmaschine zur Vermessung jenes Raums, der das Sichtbare vom Sagbaren trennt.
In vier Gesängen setzt Roussel immer wieder zu einer Beschreibung der Dinge an, nur um sich von ihnen sogleich durch ein labyrinthisches System von Parenthesen, Aufzählungen und Analogien zu entfernen. Dabei wandelt sich seine Sprache auf der Suche nach der unmöglichen Identität in "eine Art von Wörterbuch, das sich mit dem Reim der Dinge beschäftigt: Fundgrube aller Dinge, die man nach den Regeln einer ontologischen Metrik zusammentragen könnte, um die Poesie ihres Seins aufzuschreiben." (Michel Foucault).
Dieser klassische Text der Moderne liegt hier in der Prosaübersetzung Hanns Grössels vor, ergänzt um zahlreiche Beiträge, die die Geschichte des Werks und seinen Einfluss auf Literatur, Kunst und Architektur erkunden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2016
Helmut Mayer empfiehlt die Neuausgabe von Raymond Roussels Afrika-Impressionen jedem, der sich für die französische Avantgarde interessiert. Der von Breton und Duchamp bewunderte Autor tritt ihm in dem erstmals 1932 erschienenen Band mit vier Gesängen in 1277 Versen als idiosynkratischer Evokator ägyptischer Szenen, von Listen, Inventaren und Katalogen entgegen. Die übernommene alte Übersetzung von Hans Grössel scheint dem Rezensenten noch immer haltbar, die hinzugekommenen Zeichnungen, Typoskriptfaksimiles, Würdigungen, Nachworte und Interpretationen von Michel Leiris, Queneau und anderen dienen Mayer als willkommene Ergänzung. Die Gestaltung des Bandes scheint Mayer außerdem eine lobende Bemerkung wert.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…