Rene Daumal

Der Berg Analog

Ein nicht-euklidischer, im symbolischen Verstand authentischer alpinistischer Abenteurroman
Cover: Der Berg Analog
Zero Sharp, Berlin 2017
ISBN 9783945421055
Kartoniert, 192 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Maximilian Gilleßen. Mit Illustrationen von Anton Stuckardt. Der Berg ist ein Bindeglied zwischen Himmel und Erde, Menschen und Göttern: Symbol des Aufstiegs und Allegorie des höchsten Seins. Eine solche Analogiekraft kann jedoch nur ein Berg ausüben, dessen Gipfel den Menschen unzugänglich ist. Dazu aber muss er geographisch verortbar sein, also tatsächlich existieren, wenn er den Weg zum Höheren nicht nur bedeuten, sondern als reale Möglichkeit darstellen soll. Ausgehend von dieser Deduktion macht sich eine Gruppe von Bergsteigern auf die Suche nach jenem unsichtbaren, aber notwendig existierenden Berg: dem Analog. Mit Ausdauer, Witz und Kenntnissen in nicht-euklidischer Geometrie erreichen sie schließlich eine Welt voller fremder Gesetze und Mythen, in der jeder Schritt hinauf zum Gipfel einen Verlust der alten Gewissheiten mit sich bringt. Der Berg Analog ist vieles zugleich: Science-Fiction- und Abenteuerroman, philosophische Meditation und alpinistischer Traktat. Ernst und Ironie, meta- und pataphysische Spekulationen werden von René Daumal zu einem Werk von vielfachem Schriftsinn verwoben. Die vorliegende Ausgabe macht dieses auf deutsch lange vergriffene Buch in einer neuen Übersetzung zugänglich, die erstmals den vollständigen Text bietet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.09.2017

Tim Caspar Boehme findet es erstaunlich, wie überzeugend Unabgeschlossenes sein kann. Der französische Schriftsteller René Daumal starb 1944, bevor er seinen Roman "Der Berg Analog" abschließen konnte, verrät der Rezensent: Es ist die fantastische Geschichte einer Bergbesteigung, des höchsten Berges gar, eines unbekannten auf einer verloren gegangenen Insel, fasst Boehme zusammen. Daumal war damals stark vom Esoteriker George I. Gurdjieff beeinflusst, weiß der Rezensent. Man merkt dem Buch diesen Umstand auch an, aber die wilde Mischung mit fantastischen und wissenschaftlichen Elementen lässt den Roman eher anarchisch-intellektuell wirken, erklärt der Kritiker, der vor allem dem schönen Schluss erliegt.