Ralph Dutli

Die Liebenden von Mantua

Roman
Cover: Die Liebenden von Mantua
Wallstein Verlag, Göttingen 2015
ISBN 9783835316836
Gebunden, 276 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Seit 6000 Jahren lagen sie sich in den Armen: Als 2007 die aus der Jungsteinzeit stammenden Skelette zweier junger Menschen bei der Stadt Mantua ausgegraben wurden, gingen die Bilder um die Welt. 'Romeo und Julia aus der Steinzeit' - so lautete die Sensationsmeldung. Dann kamen die Krise und der 'verfluchte Frühling', das Erdbeben im Mai 2012, die Renaissance-Stadt Mantua hatte andere Sorgen. In Ralph Dutlis Roman ist das berühmte Steinzeitpaar nach Untersuchungen in einem archäologischen Laboratorium plötzlich verschwunden, und so macht sich der Schriftsteller Manu auf die Suche. Doch bald ist er selber unauffindbar. Entführt auf das Anwesen eines dubiosen Grafen, soll er eine neue Religion der Liebe begründen helfen, nicht mit dem Gekreuzigten als zentralem Symbol, sondern mit dem Bild der Liebenden von Mantua.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.10.2015

Rezensent Michael Braun ist ganz froh, wenn sich am Ende dieses raffiniert zwischen einem Essay über die Liebe und einem Kriminalroman changierenden Textes von Ralph Dutli nicht alle Verheißungen in Sachen Macht der Liebe erfüllen. Zuvor aber hat ihm der Autor eine reichlich verspielte Geschichte über das Phänomen der Liebe, Steinzeit-Skelette, das Widersehen zweier Freunde, einen übergeschnappten Grafen und allerhand Alchemie aus dem 13. Jahrhundert aufgetischt, die Braun zwar virtuos arrangiert findet, deren verrückte Begebenheiten, Exkurse und visuelle Überreizungen ihn aber auch fordern. Als irrlichternde Persiflage auf Historienkrimis gefällt ihm das Buch aber allemal.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.10.2015

Rezensent Thomas Steinfeld hält es nicht aus. Die haarsträubenden Phrasen, die Ralph Dutli seinem Erzähler in den Mund lege, sind für ihn dabei noch nicht mal das Schlimmste. Bildungshuberei und Redseligkeit wirft er dem Roman vor, ebenso einen klebrigen Überfluss an Vergleich und Bildern. Die Handlung, ein Schriftsteller und ein Journalist kommen nach Mantua und erleben allerhand Mysteriöses und Erotisches, scheint Steinfeld den fragwürdigen Aufwand allerdings nicht mal wert. Leider ist Dutli nämlich weder ein Dan Brown noch ein E. T. A. Hoffmann, meint der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2015

Rezensentin Sabine Doering verneigt sich geradezu vor dem Lyriker und Romancier Ralph Dutli, den sie als einen der brillantesten Erben Friedrich Schlegels oder Clemens Brentanos würdigt. Derart hingerissen reist die Kritikerin in Dutlis zweitem Roman "Die Liebenden von Mantua" in die norditalienische Stadt, die vor drei Jahren nicht nur von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde, sondern auch mit der Entdeckung zweier innig verschlungener Skelette aus der Jungsteinzeit Schlagzeilen machte. Ohne eine stringente Handlung, dafür aber in einer kongenialen Mischung aus verschiedenen Elementen, die gelegentlich an "Indiana Jones" oder "Der Name der Rose" erinnert, schreitet der Autor durch die Architektur Mantuas und die Jahrtausende vom Neolithikum bis in die Gegenwart, lobt die Rezensentin, die vor allem Dutlis lyrisch-sinnliche Beschreibungen von Fresken bewundert. Dieser Roman ist nicht weniger als ein "Gesamtkunstwerk", das die "Renaissance als Überbietung" feiert und einmal mehr Dutlis erzählerische Virtuosität belegt, schwelgt Doering.
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