Mit zahlreichen Abbildungen. Die Katastrophe des Ersten Weltkriegs rief in den zwanziger Jahren nach einer geistigen Neuorientierung. Dem verdankte auch die anthroposophische Bewegung ihren Aufschwung. Der Journalist Willy Storrer (1895-1930) engagierte sich für sie als Verleger und Zeitschriftenherausgeber, und er profilierte sich als streitbares und umstrittenes Gründungsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz und als Initiator der Steiner-Schulbewegung. Darüber hinaus vermochte er mit seiner einzigartigen Zeitschrift "Individualität", die er von 1926 bis 1930 herausgab, bedeutende Schriftsteller und Intellektuelle anzuziehen. Erstmals werden nun 168 ausgewählte Briefe aus dem Nachlass von Storrer publiziert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2004
Recht anregend findet der B. En. zeichnende Rezensent diesen von Ralf Lienhard herausgegebenen Band, der das wechselvolle Leben Willy Storrers (1895-1930) im Spiegel seiner Korrespondenz aufzeigt. Als lebenshungrig und egozentrisch, als "modernen Ikarus" charakterisiert der Rezensent den exzentrischen Journalisten Storrer, der schon früh philosophische und literarische Neigungen hegte, eine Leidenschaft für Autos, Frauen und Sportfliegerei hatte und sich als Verleger der seit 1926 edierten Zeitschrift "Individualität" einen Namen machte. Er hebt hervor, dass sich Storrers Briefpartner wie u. a. Ita Wegmann, Albert Steffen, Oskar Schlemmer, Hermann Hesse oder Robert Walser im vorliegenden Band "oftmals in weniger bekannten Tonarten" melden. Ein Lob geht insbesondere an den Herausgeber Ralf Lienhard, der die Briefe aus einer Fülle von mehr als neunhundert Schriftstücken ausgewählt und daraus einen Textkorpus geformt habe, "der sich wie ein Briefroman liest".
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