In den hundert Jahren seit der Entstehung der anthroposophischen Bewegung ist der wissenschaftstheoretische Anspruch der Philosophie Rudolf Steiners nicht kritisch in seinen ideengeschichtlichen und biographischen Grundlagen und Einflüssen erforscht worden. Die bisherige Rezeption seiner philosophischen Schriften erstreckt sich weitgehend in die Extreme einer unkritischen Apologetik einerseits und einer oberflächlichen Polemik andererseits. Unter Verzicht auf ihre einengende anthroposophische Reinterpretation werden im vorliegenden Band erstmalig die frühen Grundlagentexte der philosophischen Weltanschauung Rudolf Steiners in ihrer ganzen thematischen Breite text- und kontextkritisch analysiert. Aus der Untersuchung lässt sich schlüssig der Ursprung der Anthroposophie aus dem Geist der europäischen Philosophie nachweisen. Das sich dabei entfaltende Steiner-Bild zeigt neben dem wissenden auch den suchenden und selbstkritischen Denker Rudolf Steiner.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2011
Bernhard Lang würdigt Hartmut Traubs Studie über den Einfluss Johann Gottlieb Fichtes Philosophie auf Rudolf Steiners Denken als aufschlussreiches und kluges Buch, nur unter dem Umfang scheint er ein wenig geächzt zu haben. Sehr überzeugend könne der Autor aber nicht nur darlegen, wie stark Steiner sich von Fichtes Freiheitslehre hat beeinflussen lassen. Erhellender noch findet Lang, dass Traub die bislang immer als "Wende" Steiners verstandene Hinwendung zu Esoterik und Okkultismus als "Episode" einstuft und dafür seine Rückbesinnung auf die katholischen Wurzeln mit Untermauerung auf Fichtes Werk "Hinwendung zum seligen Leben" nachweist. Dieses Buch wird einen langen Nachhall bei denjenigen finden, die sich mit Steiners Werk auseinandersetzen möchten, etwas weniger umfangreich aber hätte es durchaus ausfallen dürfen, gibt Lang zu.
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