Bodo von Plato (Hg.)

Anthroposophie im 20. Jahrhundert

Ein Kulturimpuls in biografischen Portträts
Cover: Anthroposophie im 20. Jahrhundert
Verlag am Goetheanum, Dornach 2003
ISBN 9783723511992
Gebunden, 1166 Seiten, 69,00 EUR

Klappentext

Dies ist ein Buch der Brücke zwischen Lebenden und Verstorbenen, ein Buch des Schicksals, der Entwicklung, der Bilder, ein Geschichts- und Nachschlagewerk. Erstmalig wird hier ein Gesamt-Bild dieser praxisorientierten geistigen Bewegung und ihrer hundertjährigen Entfaltung entworfen. Mit mehr als sechshundert Lebensgeschichten, skizziert von Autorinnen und Autoren aus aller Welt. Mit Bibliografien und einem Glossar.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2004

Eine nicht sehr große Gruppe Gleichgesinnter und im Namen Rudolf Steiners Versammelter hat im Laufe dieses Jahrhunderts, nicht zuletzt mit der erfolgreichen Gründung der Waldorfschulen, beträchtlichen Einfluss erlangt. In 600 Porträts werden in diesem "opulenten" Band die Protagonisten der Anthroposophie vorgestellt, von Michael Ende bis Otto Schily. Erfreulich, findet der Rezensent Helmut Zander, dass auch kritischere Geister wie Valentin Tomberg porträtiert werden. Auf Nennung von Kriterien für die Aufnahme verzichte der Band leider, es sei jedoch klar, dass es um "präsentable" Biografien zu tun ist: nicht zuletzt die Aussparung nationalsozialistischer Anthroposophen mache das deutlich. Am interessantesten scheint Zander im übrigen die zentrale "Leerstelle" des Buches: Der "Übervater" Rudolf Steiner wird nicht porträtiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2004

Die Rezension von Friedrich Wilhelm Graf strotzt nur so von Begriffen, bei denen Nichteingeweihte schnell das Grausen bekommen: von "Inkarnationsstörungen" ist die Rede, dem Steinerschen "Seelenkalender", dem Wissen um "wiederholtes Erdenleben", von "Raumbewegungskunst", "Wahrspruchworten für Auserwählte", "Pneumalehre" usw. Kein Lebensbericht in diesem Anthroposophenlexikon, der nicht den "heiligen Rudolf Steiner anruft", stellt Graf mit leichtem Schaudern fest. Gut sechshundert biografische Porträts großer Anthroposophen bietet die von der "Forschungsstelle Kulturimpuls" in Heidelberg herausgegebene Anthologie, und Graf wundert sich, dass es den dort abgehandelten Anthroposophen nie langweilig wurde, immer wieder neue Metamorphosen der Begegnung mit Rudolf Steiner zu schildern. Graf erklärt sich den Steinerschen Missionserfolg mit dessen außerordentlichem Geschick, aus den unterschiedlichsten religiösen Symbolwelten Versatzstücke zusammenzubringen. "Hier ist wirklich alles mit allem zusammengerührt", konstatiert Graf und porträtiert spitz die anthroposophische Zunft, zu der er Eurythmielehrer, Heilpraktiker, Waldorfschullehrer, Graphologen, Astrologen und andere Lebensberater zählt, die sich mit Weleda-Hautfunktionsöl eincremen, in Bio-Baumwolle aus Indien kleiden und gerne die Edda lesen.

Beliebte Bücher

Christine Wunnicke. Wachs - Roman. Berenberg Verlag, Berlin, 2025.Christine Wunnicke: Wachs
Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…
Szczepan Twardoch. Sehnsucht - Roman. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2026.Szczepan Twardoch: Sehnsucht
Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während…
Angelika Klüssendorf. Trost - Roman . Piper Verlag, München, 2026.Angelika Klüssendorf: Trost
2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…