Wer war dieser Mann, an dem sich die Geister schieden? Visionär? Machtpolitiker? Menschenfänger? Oder einfach nur einer mit Fortune? In diesem Buch werden Antworten in sechs voneinander unabhängigen Kapiteln gegeben. Sie handeln von Helmut Kohls Prägungen, seinem Verständnis von Macht sowie seiner Rolle während des Einigungsprozesses und bei der Integration Europas, aber auch von der Parteispendenaffäre und von seiner familiären Tragödie. Der Leser erhält dadurch nicht nur ein schärfer konturiertes Bild des sechsten Kanzlers der Bundesrepublik, er erfährt auch Neues und Überraschendes über das Phänomen Kohl. Ralf Georg Reuth, der ihn über viele Jahre als Journalist begleitet hat, stützt sich in seinem Buch nicht zuletzt auf zahlreiche Gespräche, die er mit ihm über Politik und Zeitgeschichte führte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017
Rezensent Hanns Jürgen Küsters begegnet im Kohl-Porträt des Journalisten und Historikers Ralf Georg Reuth einem Machtmenschen mit Rechtfertigungstick. Bis zuletzt, weiß Küsters, hat Kohl die "schwarzen Kassen" zu verteidigen versucht und mit Weggefährten wie Blüm oder Geißler gebrochen. Reuths überwiegend wohlwollendes Kanzlerbild gelingt laut Küsters durch das Ausräumen von Vorurteilen und markante Schlussfolgerungen. Neues kommt dabei kaum rüber, schränkt er ein. Der Verdienst liegt eher im "Facettenschliff" der Widersprüche der Person, meint er.
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