Diese Edition der "Berichte zur politischen Lage", die Helmut Kohl als Bundeskanzler und Parteivorsitzender allmonatlich im Spitzengremium seiner Partei abgab, setzt 1989 ein, als sich die Nachkriegsordnung aufzulösen begann; sie reicht bis zur Bundestagswahl 1998, als die "Ära Kohl" endete. Die Auflösung des Ost-West-Gegensatzes, der Zerfall der Sowjetunion und die Überwindung der deutschen wie europäischen Teilung veränderten die Lage Deutschlands grundlegend. Tiefgreifende Anpassungen und Neujustierungen der deutschen Politik wurden erforderlich. Die hier edierten Lageberichte spiegeln die großen Diskussionen dieser "Zeitenwende" wider; sie dokumentieren die Probleme der Politikgestaltung in den Prozessen der deutschen Einheit, der Europäischen Union und der Globalisierung; sie enthalten aufschlussreiche Informationen über die Rolle und die Orientierung der "Hauptregierungspartei" CDU im Verhältnis zu den anderen politischen Kräften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2012
Kohl, wie er leibt und redet - in diesen Genuss kommt Rainer Blasius mit einem echten Wälzer aus den Archiven der Adenauer-Stiftung, der Transkription von 113 Reden, die Helmut Kohl, als "Berichte zur Lage" zwischen Oktober 1989 und Oktober 1998 im Bundesvorstand seiner Partei hielt. Kohl erscheint dem Rezensenten hier authentisch, körperhaft und vor allem ungeschminkt selbstsicher als großer Motivator und Dompteur der CDU. Vertrauliches ist nicht dabei, erklärt der Rezensent einschränkend, dafür eine enorme Themenvielfalt, vorneweg natürlich die Wiedervereinigung und die EU. Für Feinschmecker und Enthusiasten ist Kohl im O-Ton ein Muss, meint Blasius.
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