Rainer Maria Rilke

Briefwechsel mit Thankmar von Münchhausen

1913 bis 1925
Cover: Briefwechsel mit Thankmar von Münchhausen
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783458171935
Gebunden, 219 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Joachim W. Storck. Im Berliner Salon seiner Mutter hatte Thankmar von Münchhausen (1893 - 1979) den jungen Rilke 1899 kennengelernt. Ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs begegnen sich Thankmar und der bereits berühmte Dichter zum zweitenmal, diesmal in Paris. Rilke lädt den Studenten der Ecole des Droits ein, ihn zu besuchen. Damit beginnt eine Freundschaft, die sich auch in dem über zehn Jahre geführten Briefwechsel ausspricht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2004

Nicht Rainer Maria Rilke, wohl aber Thankmar von Münchhausen wolle er den Lesern vorstellen, sagt der FAZ-Rezensent Thankmar von Münchhausen, der uns leider unterschlägt, in welchem Verhältnis er zu seinem Namensvetter steht. Der 12 Jahre jüngere von Münchhausen war ein "Mann von Welt ", heißt es in der Rezension, und ein "Homme de lettres", dessen wohlklingender Name häufiger in Fußnoten oder Tagebüchern auftauche, in verschlüsselter Form auch in den Romanen von Franz Hessel und Henri-Pierre Roche. Kein Schriftsteller also, aber ein Freund derselben und angeblich ein Kommunikationstalent. Der Briefwechsel zwischen Rilke und von Münchhausen beginnt in Paris im Jahr 1913 und geht bis zu Rilkes Tod 1926, berichtet der anonyme Kritiker, er zeuge von einem ausgesprochen gleichberechtigten Umgang und großer Vertraulichkeit, bekräftigt er. Warum sich der ältere und bekanntere Schriftsteller auf diese (Brief-)Freundschaft mit dem angehenden Mann von Welt und Literatur einließ, kann er nur vermuten und zitiert aus einem im Nachwort erwähnten Interview mit von Münchhausen, der einen merkwürdigen Gegensatz bei Rilke konstatiert hat: einerseits das Bedürfnis nach Einsamkeit, andererseits die Suche nach menschlichen Kontakten. Beides lässt sich in einer Brieffreundschaft hervorragend bewerkstelligen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.06.2004

Rolf Vollmann gibt zu, dass in diesem Band mit ausgewählten Briefen, Postkarten und Telegrammen, die sich Rainer Maria Rilke und sein 20 Jahre jüngerer Freund Thankmar von Münchhausen schrieben, "so gut wie nichts" von Interesse steht. Weder erfahre man Näheres zur Person Münchhausens, noch über Rilke selbst, so der Rezensent unzufrieden. Für diesen Briefwechsel könnten sich eigentlich nur diejenige begeistern, meint Vollmann, die ohnehin "jedes Wort aus Rilkes Umkreis" begierig aufnehmen würden. So erfährt man auch aus dem Vorwort der beiden heute noch lebenden Töchter Münchhausens nicht viel mehr, als dass man mal "wunderbare Ferien in Duino verbracht" hätte, so Vollmann, der wohl aus Trotz in der zweiten Hälfte seiner Rezension allerlei Geschichtchen aus dem Liebesleben Rilkes aufzählt, die er der Biografie Rilkes von Ralph Freedman entnommen hat und die ihn wegen ihrer Belanglosigkeit offenbar genauso geärgert hat.