Frankreich rückt immer näher und ist im vereinten Europa der selbstverständliche Partner Deutschlands. Doch über das Denken und die Empfindungen der Grande Nation, über die Narben ihrer Geschichte und die Abgründe ihrer Psychologie wissen wir noch viel zu wenig. Denn während uns die angelsächsische Kultur regelrecht überflutet, rückte der Nachbar westlich des Rheins zuletzt etwas aus unserem Blickfeld - ein großer Mangel angesichts der Vielfalt und der Bedeutung der französischen Zivilisation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2000
In einer kurzen Besprechung erinnert der Rezensent mit dem Kürzel "Nm." zunächst an die langjährige Korrespondententätigkeit des Autors für die FAZ in Frankreich, wobei es von Münchhausen stets gelungen sei, Frankreich nicht nur in seinen historischen Zusammenhängen darzustellen, sondern auch Einblicke in das französische Selbstverständnis zu geben. Ähnliches gilt nach Ansicht des Rezensenten auch für das vorliegende Buch, eine Sammlung von Beiträgen, die zwar in den letzten fünfundzwanzig Jahren in der FAZ erschienen sind, aber in vielerlei Hinsicht nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hätten. Als Beispiel dafür führt "Nm." den Beitrag über Mitterand an. Aber auch die Texte über die französische Kultur "bringen (...) für den Leser reiche Beute", so der Rezensent, der den Band - trotz seines Miniaturen-Charakters - in eine Reihe stellt mit Friedrich Sieburgs "Gott in Frankreich" oder Herbert Lüthys "Frankreichs Uhren gehen anders".
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