Bruno Preisendörfer

Als die Musik in Deutschland spielte

Reise in die Bachzeit
Cover: Als die Musik in Deutschland spielte
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2019
ISBN 9783869711904
Gebunden, 480 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Wie die Familie Bach im Alltag lebte, Händel sich kurieren ließ und Telemann sein Geld anlegte: Bruno Preisendörfers Zeitreise führt in die Zeit der Fürstenfeste und Bauernhochzeiten, der Stadtpfeifer und Bierfiedler, der Kaffeehäuser und Kastraten - nämlich ins Barock.Das Deutschland, in das wir diesmal mit Bruno Preisendörfer reisen, war erfüllt von der Musik tausender Hoforchester, Kirchenorgeln und Chöre, ob zur Unterhaltung des Adels, zu jedem Gottesdienst oder auf den Dorffesten der einfachen Leute - immer wurde gefiedelt, geflötet und getrommelt. Und es wurde komponiert: Musik, die bis heute weltweit die Menschen beeindruckt und berührt. Bruno Preisendörfer nimmt uns mit in das Leben der Menschen im Barock, in die Zeit der großen Komponisten Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.11.2019

Angeregt lässt sich Katharina Granzin von Preisendörfer auf eine Reise in die Bach-Zeit mitnehmen. Ja, so muss man des verstehen: Es gehe Preisendörfer nicht so sehr um Bach selbst und auch nicht um Epochenbegriffe wie "Barock", sondern um Lebenswelten, in diesem Band also die Lebenswelt Bachs mit allem Drum und Dran. Preisendörfer interessiere sich sowohl für Triviales - sagen wir die Schminkpflästerchen, die damals en vogue waren - wie für Historisches und Ideenhistorisches, etwa erste Diskussionen, die das Institut der Folter in Frage stellten. Preisendörfer schreibe dabei mit angenehmer "transparenter Subjektivität" und führt die Rezensentin unterhaltsam in Geschichte ein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2019

Gerald Felber mag die populärwissenschaftlichen Streifzüge von Bruno Preisendörfer. Vergnügt folgt der Kritiker dem Autor diesmal durch die Bachzeit, erfährt von Perückensteuer oder Bachs und Händels missglückten Augenoperationen, liest, wie die Zeitgenossen ihre pornografischen Begierden durch die Lektüre von illustrierten Hebammen-Lehrbüchern oder die Teilnahme an der Sektion von weiblichen Leichen befriedigten und staunt einmal mehr, wie Preisendörfer "Banales" und Bedeutendes mixt und für überraschende Assoziationen sorgt. Dennoch hat Felber auch einiges an diesem materialreichen Band auszusetzen: Dass Leibniz wohl eher mit Issac als mit Helmut Newton diskutierte, hätte dem Lektorat ebenso auffallen können wie einige andere Fehler dieser Güte, meint er. Gelegentlich hätte sich der Rezensent zudem tiefere Einblicke in die geistige Verfasstheit jener Jahre gewünscht.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.10.2019

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke ist ein bisschen genervt von dem Muster, nach dem der Schriftsteller Preisendörfer seine Bücher strickt - erst Goethe, dann Luther, jetzt Bach werden zum Fokus einer weit gefassten Aufmerksamkeit für eine bestimmte historische Epoche. Ihr scheint, als wären diese wenig mehr als über zum Beispiel Wikipedia leicht erreichbare Materialsammlungen, die sich ihrer Ansicht nach nicht besonders tiefgreifend auf die tatsächlichen Werke der Künstler einließen. Natürlich erfahre man wieder einmal fleißig Zusammengetragenes, das klug miteinander verknüpft werde. Aber wirklich ergriffen hat sie offenbar nur die Schilderung eines Rezitativs (Kantate BWV 198), die ihr plötzlich mehr zeigt von Bach und seiner Zeit als all der Krimskrams zuvor.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 21.09.2019

Elmar Krekeler lernt das Barock en detail kennen mit Bruno Preisendörfers Buch. Ein wahres Füllhorn der Einzelheiten, ein fabelhafter Reiseführer, ein Panorama der Bach-Zeit ist das Buch für ihn. Preisendörfer führt den Rezensenten an die Fürstenhöfe und in Bachs weinseliges Haus in Leipzig und kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, schreibt über Perrückensteuer und die Herstellung von Tinte, Leibniz als Urvater des Computers, Gartenbau und Pietismus. Ein bisschen Vorkenntnis kann nicht schaden, meint Krekeler, dann wird der Band zur meisterlich mäandrierenden Wunderkammer des Wissens.