Ein unbedeutender Mönch aus der deutschen Provinz fordert den Papst und Kaiser heraus, setzt sein Leben aufs Spiel und gewinnt - was für ein Kerl, dieser Martin Luther! Dass er sich dann als Geächteter auf der Wartburg versteckt halten muss, macht ihn keineswegs mundtot. In nur elf Wochen übersetzt er das Neue Testament und wagt es, die Bibel für jedermann zugänglich zu machen. Als er dann auch noch die entlaufene Nonne Katharina von Bora heiratet und mit ihr eine Familie gründet, ist der Skandal perfekt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2017
Rezensent Jonathan Horstmann lässt sich von den Journalisten Christian Nürnberger und Petra Gerster Luther erklären. Den ranschmeißerischen Jugendsprech nimmt er für die ein oder andere Erkenntnis oder Auffrischung gern in Kauf. Ebenso steile Vergleiche, wie den zwischen dem Heiligen Römischen Reich und der Fifa. Bei Teenagern kommt so was sicher gut an, denkt sich Horstmann, der den Band insgesamt durchaus erfrischend findet und sich für die vielen Details aus Luthers Denken begeistert oder für die hergestellten Bezüge zwischen Luther und anderen Denkern wie Sigmund Freud. Dass die Autoren vieles nur streifen, kann er da auch verschmerzen.
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