Aus dem Englischen von Karin Wördemann. Zu Lebzeiten war Martin Luther äußerst umstritten. Bei Freund und Feind rief er begeisterte Zustimmung, vehemente Ablehnung, aber auch Hass hervor. Seine übergroße, dominante, oft erdrückende Persönlichkeit hinterließ unauslöschliche Spuren in der Welt, die bis in unsere Gegenwart reichen und bis heute weiterwirken.Sorgfältig hat Martin Luther sein Selbstbild geformt und darauf geachtet, wie ihn die Nachwelt sehen sollte. Das Porträt seiner charismatischen und polemischen Persönlichkeit erweitert Lyndal Roper, eine bedeutende Biografin Martin Luthers, zu einem historischen Psychogramm: Der Kirchenrebell und Revolutionär war die herausragende Persönlichkeit seiner Zeit. Der Buchdruck und die Gemälde von Lucas Cranach machten den Reformator jedermann bekannt. Omnipräsent in Wort und Bild wollte Luther die Kirche keineswegs spalten, aber doch jederzeit die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um sich und seine Anschauungen durchzusetzen. War er feindselig gegen das Papsttum eingestellt? Steigerte sich seine Ablehnung der Juden zu antisemitischen Ausfällen? War der "Papst an der Elbe" eine "Plage", wie er von sich selbst sagte? Großzügig illustriert, weitet sich das Vermächtnis Luthers zu einer Kulturgeschichte, deren Licht und Schatten bis in die unmittelbare Gegenwart reichen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2022
Rezensent Johann Hinrich Claussen findet es eigentlich löblich von Lyndal Roper, einen Rückblick auf das Luther-Jahr zu verfassen. Allerdings weiß er nach der Lektüre nicht, für wen genau das Buch eigentlich geschrieben wurde. Das liegt für ihn an der wahllos wirkenden Themenauswahl von Luthers Träumen bis zu Luthers Körperlichkeit, aber auch an der Neigung der Autorin zu "psychologisierenden Ferndiagnosen". Damit kommt man Luther nicht bei, meint Claussen. Sichtbar für ihn vor allem am wichtigen Kapitel über Luthers Antisemitismus, den er bei Thomas Kaufmann viel gründlicher verhandelt sieht. Luthers Judenfeindlichkeit mit vermeintlichen Kastrationsängsten des Reformators in Verbindung zu bringen, wie Roper es macht, erscheint Claussen doch sehr fragwürdig.
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