Andrew Pettegree

Die Marke Luther

Wie ein unbekannter Mönch eine deutsche Kleinstadt zum Zentrum der Druckindustrie und sich selbst zum berühmtesten Mann Europas machte - und die protestantische Reformation lostrat
Cover: Die Marke Luther
Insel Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783458176916
Gebunden, 407 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Als Martin Luther 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte, war er praktisch unbekannt. Doch innerhalb weniger Jahre verbreiteten sich seine Ideen in ganz Europa und erschütterten den Kontinent in seinen Grundfesten. Luther wurde berühmt, ja berüchtigt. Wie hatte er das geschafft? Der wichtigste Reformator der Kirchengeschichte war nicht nur ein herausragender Theologe, sondern auch ein genialer Stratege, der ganz genau wusste, dass es nicht allein Argumente sind, die im Kampf der Ideen den Ausschlag geben. Mit sicherem Gespür für das, was wir heute Imagepflege und Marketing nennen, machte er sich die neue Technik des Buchdrucks zunutze, baute Netzwerke auf und schuf gemeinsam mit Lucas Cranach für sich und seine Lehre eine eigene Markenidentität. Andrew Pettegree zeichnet nach, wie es Luther gelang, sich in der Öffentlichkeit zu positionieren - als Kritiker der katholischen Kirche, als Vorkämpfer für Frauenrechte, als Demagoge, der auch gegen Juden wetterte. Er schildert den nachhaltigen Einfluss, den die Reformation auf das Buchgewerbe hatte, und umgekehrt. Vor allem aber erzählt er eine der wohl spannendsten Geschichten der Neuzeit: wie ein einfacher Mönch zum ersten Star des Medienzeitalters aufstieg.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2017

Friedrich Wilhelm Graf lernt mit Andrew Pettegrees Buch den Netzwerker und geschickten Publizisten Luther kennen. Der Historiker verbindet laut Graf die Geschichte theologischer Ideen mit der Wirtschaftsgeschichte der deutschen Buchbranche und zeigt, wie aus dem Provinzfürsten Luther in kürzester Zeit ein europäischer Medienstar und eine Marke werden konnte. Bündige Flugschriften als neuer Typus theologischer Literatur, Luthers Interesse an ihrer Gestaltung sowie die Entwicklung der technischen Details des Buchdrucks kommen in den Blick, erläutert Graf. Den Beleg von Max Webers These, dass Ideen nur im Zusammenspiel mit Interessen wirken, führt dieses Buch, meint er.

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