Er diente dem deutschen Kaiser Wilhelm II. genauso wie den Reichspräsidenten Ebert und Hindenburg, er diente dem nationalsozialistischen "Führer" Hitler ebenso wie dem Kommunisten Ulbricht. Vincenz Müller brachte es vom Fahnenjunker im Ersten Weltkrieg zum Chef des Generalstabes einer Armee im Zweiten Weltkrieg und schließlich zum Chef des Hauptstabes im Range eines Generalleutnants in der NVA. Doch als er 1958 mit 64 Jahren in den Ruhestand ging, war er keineswegs am Ziel seiner Wünsche. Politisch lag ihm an der Annäherung beider deutscher Staaten und einem Ausgleich zwischen Ost und West. Drei Monate vor dem Mauerbau schied er im Mai 1961 durch Selbstmord aus dem Leben. Wer war dieser Vincenz Müller, der an der Ostfront mitverantwortlich war für die Verbrechen der Wehrmacht und nach der Kapitulation seines XII. Armeekorps in der Kriegsgefangenschaft Mitglied des "Nationalkomitees Freies Deutschland" wurde und sich zum Marxismus-Leninismus bekannte?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.02.2004
Udo Scheer zeigt sich von dieser "unglaublichen" Biografie des ehemaligen Wehrmachtgenerals Vincenz Müller, der 1944 zur Sowjetunion überlief und später in der DDR gar zum Stellvertreter des Verteidigungsministers aufstieg, sehr beeindruckt. Der Autor Peter Joachim Lapp liefert mit seiner Darstellung "die Hintergründe" für ein ebenso aberwitziges wie "widerwärtiges" Stück Militärgeschichte, schreibt der Rezensent. Der weitere Werdegang Müllers lese sich dann wie ein "Politkrimi", wobei es Lapp mit seiner Biografie gelinge, den "militärischen und ideologischen Irrwitz" des 20. Jahrhunderts zu vermitteln, so Scheer angetan.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.01.2004
Agnes Steinbauer hat über dieses Buch, in dem der Journalist Joachim Peter Lapp den Wehrmachtsgeneral Vincenz Müller porträtiert, der nach einer steilen Karriere bei den Nazis, auch in der DDR als General weiterwirkte, nur Gutes zu sagen. Die Rezensentin hebt die "akribische" Quellensuche des Autors hervor und findet, dass es Lapp gelungen ist, das Leben der "vielleicht schillerndsten Figur der deutschen Militärgeschichte" überzeugend vor Augen zu führen. Dabei gelinge es ihm, ausgewogen und vorurteilsfrei über den General zu informieren ohne seine Mittäterschaft unter den Nationalsozialisten zu beschönigen, so die Rezensentin angetan. Steinbauer sieht beim Autor einen gewissen Hang zur Detailbesessenheit, doch kann das ihrer Bewunderung, aus diesem "schwierigen Stoff ein äußerst lesenswertes Buch" gemacht zu haben, keinen Abbruch tun.
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