Mit Beiträgen von Torsten Diedrich, Hans Ehlert und Rüdiger Wenzke. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Gab es politisch motivierten Widerstand in den Streitkräften der DDR? Haben sich NVA-Offiziere offen gegen die SED-Politik gewandt? Wie ging man in der Armee mit Systemgegnern, Waffendienstverweigerern und politischen Abweichlern um? Der vorliegende Band bietet auf der Grundlage umfangreicher Recherchen erstmalig einen Überblick über Formen widerständigen Verhaltens von Angehörigen des DDR-Militärs. Er zeigt, wie sich Menschen unter den besonderen Bedingungen von Befehl und Gehorsam der Allmacht der Partei und des Staates entgegenstellten. In dem Buch werden zugleich die Repressionen des militärischen Apparates beschrieben. Anhand zahlreicher Beispiele wird deutlich, wie man in der Armee gegen Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere vorging, die sich der geforderten politischen Norm widersetzten. Ein umfangreicher Dokumententeil ergänzt die Beiträge der Autoren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2006
Eingehend informiert fühlt sich Susanne Kailitz von dieser Studie über abweichendes Verhalten, Unzufriedenheit, Protest und Aufbegehren der Soldaten in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR, die Rüdiger Wenzke herausgegeben hat. Die Lektüre verdeutlicht für die Rezensentin zweierlei: dass niemand in die NVA ging, um dort Widerstand zu leisten, dass der dort anzutreffende Protest aber auch nicht von außen in die Armee hinein getragen wurde. Sie bescheinigt den Autoren des Bandes, ihre detailreichen Ausführungen mit zahlreichen Beispielen und Quellen zu untermauern. Allerdings findet Kailitz die Darstellung oft anstrengend zu lesen, einfach weil sie ziemlich minuziös und trocken ausfällt. Ihr Fazit: eine "Goldgrube" für den Historiker, "schwere Kost" für den Normalleser.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2006
Besser erforscht als die Geschichte der Bundeswehr sei diejenige des Militärs der SBZ/DDR, meint Günther Heydemann auch wegen der vorliegenden Abhandlung. Drei Militärhistoriker zeigen mit "bemerkenswerter Konstanz und wissenschaftlicher Qualität" eine "umfassende Darstellung" des unangepassten Verhaltens in der Nationalen Volksarmee. Meist wurden Strafen verhängt, die in keinem Verhältnis zur Tat standen, berichtet Heydemann. Trotz der Maßregelungen schaffte die Obrigkeit es aber nicht, die Armee zu einer politisch homogenen Masse zu machen. Im Militär habe sich der "Grundkonflikt" zwischen dem Volk und der politischen Elite der DDR, manifestiert, erkennt Heydemann.
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