In diesem Band erzählt der renommierte Historiker Peter Gay die Geschichte seiner Jugend als assimilierter antireligiöser Jude im Nazi-Deutschland 1933-1939. Gay beschreibt seine Familie, das Leben, das sie führten und geht auf die Gründe ein, warum sie Deutschland nicht zu einem früheren Zeitpunkt verließen. Er forscht seinen eigenen ambivalenten Gefühlen dem heutigen Deutschland und den Deutschen gegenüber nach, ohne in Selbstmitleid zu verfallen oder Anklage zu erheben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999
Patrick Bahners bewundert den „nüchternen Ton“, in dem Gay, der als Peter Fröhlich in Berlin geboren wurde, seine glückliche Kindheit erzählt. Gay schildere mit selbstanalytischer, an Freud geschulter Distanz eine Welt assimilierter Berliner Juden, in der Bildung selbstverständlich gewesen sei und deren Behagen von außen, durch die Nazis, zerstört wurde. Bahners bedauert, dass in der deutschen Ausgabe gegenüber dem Original viele Fotos fehlen. Dass man das Buch um der größeren Zugänglichkeit willen gleich als Taschenbuch herausgebracht habe, gebe ihm ein „liebloses“ Aussehen. Die Übersetzung findet Bahners holprig.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.10.1999
Peter Gays Erinnerungen an seine Jugend im Berlin der dreißiger Jahre sind für die "Zeit" die wichtigste Neuerscheinung im Bereich des Politischen Buchs. Der Besprechung ist der prominenteste Platz eingeräumt, und die Rezension hat sich Ressortleiter Volker Ulrich vorbehalten, einer der kompetentesten Kritiker in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Man muss ihm glauben, wenn er schreibt, dass Gays Erinnerung weit über viele andere eindrucksvolle Autobiographien zu dem Thema hinausreiche. Man muss ihm glauben, denn Ulrich tut sich etwas schwer, dies anschaulich zu belegen. Einige Hinweise gibt er aber dennoch: "In großer Ehrlichkeit sich selbst gegenüber sucht der Autor zu ergründen, auf welche Weise das Trauma der Nazijahre seine Persönlichkeit verformt oder - wie er sagt - vergiftet hat." Das Buch, so Ulrich, ist ein "Dokument der Selbsterforschung" und "Selbstüberwindung".
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