Der globalisierte Terrorismus ist kein neues Phänomen. Neu ist, dass Terrorismus und Dschihadismus sich mit dem Todeswunsch des Attentäters verbinden. Olivier Roy, einer der weltweit führenden Islamismus-Experten, warnt davor, die Ursachen des Dschihadismus vor allem in einer Radikalisierung des Islam zu sehen. Nicht die Religion ist es, die die meist jungen Männer anfeuert - ihre Hinwendung zum Terrorismus ist vor allem Ausdruck eines besonders heftig ausgetragenen Generationenkonflikts und einer ausgeprägten Todessehnsucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2017
Susanne Schröter findet die These von Olivier Roy von der Islamisierung der Radikalität in diesem neuen Buch des französischen Politologen erwartungsgemäß weitergeführt. Die Gegenargumente seiner Kritiker Gilles Kepel oder Francois Burgat nimmt der Autor laut Schröter zwar auf, aber nur, um sie gegen Ende des Buches erneut zurückzuweisen. Dass Roy anhand von Biografien zeigen kann, wie wenig politisch oder religiös gebildet viele islamistische Attentäter eigentlich waren, findet die Rezensentin bedenkenswert. Wenn der Autor auf suizidale Massenmörder ohne Ideologie verweist, erkennt Schröter jedoch die Gefahr der Beliebigkeit. Die Kontroverse geht weiter, meint sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.09.2017
In seiner Studie über den Dschihad und die Gründe für den Terror vertritt der französische Politologe Oliver Roy die These, dass der Grund für den Terror nicht eine Radikalisierung des Islam als Religion sei, sondern die Instrumentalisierung einer Religion für die Zwecke radikaler Menschen, beschreibt Dirk Pilz. Dabei geht er auf die Ideologie des IS ein und die familiären Hintergründe vieler Terroristen, die laut Roy in vielen Fällen erst im Erwachsenenalter zum Islam konvertiert seien, oft keine Verbindung zu ihren Herkunftsländern mehr haben und ihre eigenen Familien hassen. Da Roy die Frage nicht beantworten kann, warum gerade der Islam heute bei Radikalen so viel Anklang findet, ist Pilz die "Annahme, dass der Islam für die Radikalen ein letztlich austauschbarer Rahmen" sei, zu vorschnell.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…