Oksana Sabuschko

Planet Wermut

Essays
Cover: Planet Wermut
Droschl Verlag, Graz 2012
ISBN 9783854207955
Gebunden, 164 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ukrainischen von Alexander Kratochvil. In ihren Romanen und Essays, Analysen und Kommentaren wird Oksana Sabuschko nicht müde, die verkommene Moral der herrschenden Klasse anzuprangern und deren Wurzeln in den Geschichtsmythen der Ukraine offenzulegen. Sabuschko analysiert die Verflechtungen von Geschichte, Fragen des Geschlechterverhältnisses, Sexualität, Kolonialismus und der moralischen Verantwortung jedes Einzelnen. "Planet Wermut" enthält Aufsätze über Fußball und Tschernobyl und Lars von Trier, über die politische Verantwortung im Zeichen virtueller Realitäten sowie über Feminismus und Postkolonialismus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2012

Sabine Berking begrüßt diese Essays von Oksana Sabuschko, die zu den wichtigsten Autoren der Ukraine gehört. Die Texte vermitteln dem deutschen Leser einen ungeschönten Blick auf das Land. Passend zur Fußball-Europameisterschaft erklärt Sabuschko für Berking die ambivalente Rolle des Fußballs in ihrer Heimat. Besonders hebt sie die Essays über die großen nationalen Traumata der Ukraine - Stalins Politik der Kollektivierung, die großen Hungersnöte, Tschernobyl - hervor. Das ist nicht immer leicht verdaulich und erfordert nach Berking vom Leser einige "geistige Flickflacks".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2012

Rezensent Ulrich M. Schmid schätzt Oksana Sabuschko als "streitbare und hellsichtige Essayistin". Ihr Essayband "Planet Wermut" vermittelt für ihn einen guten Eindruck über die Vielseitigkeit der ukrainischen Schriftstellerin. Eindrucksvoll scheinen ihm die Aufsätze über Tschernobyl und andere historische Traumata der Ukraine wie die große Hungersnot von 1932/33 sowie den Essay über Lars von Triers Film "Melancholia", der in eine Linie mit Oleksandr Dowschenkos "Erde" (1930) und Andrei Tarkowskis "Stalker"(1979) gestellt wird. Aber auch weniger apokalyptische und traumatische Themen findet Schmid in dem Band behandelt, etwa die ukrainische Liebe zum Fußball oder den im Westen ignorierte Reichtum der ukrainischen Literatur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.05.2012

In Oksana Sabuschkos Essayband "Planet Wermut" erfährt Katharina Granzin einiges über ukrainische Nationalmythen von Tschernobyl über weibliche Identität bis zu Fußball. Während die Rezensentin sich aber von den langen Assoziationsketten von Sabuschkos Romanen hat in den Bann schlagen lassen, scheint ihr das im vorliegenden Band eher Mühe zu bereiten, und für ihren Geschmack passt diese Schreibweise eben auch viel besser zu narrativen Textgebilden. Dabei ist Granzin klar, dass bei der Vielschichtigkeit der Themen eine "gewisse Leseanstrengung" angebracht ist, und sie gibt auch zu, dass die hier versammelten Texte nicht reizlos sind. Aber entspanntes Lesen sieht anders aus und so bleibt beim Leser der Kritik der Eindruck zurück, dass die Lektüre vor allem eins ist: mühsam.

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