Serhij Zhadan

Totalniy Futbol

Eine polnisch-ukrainische Fußballreise
Cover: Totalniy Futbol
Suhrkamp Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783518062166
Taschenbuch, 242 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen und Ukrainischen von Lisa Palmes, Sabine Stöhr und anderen. Mit einem Fotoessay von Kirill Golovchenko. Wie Ufos sehen sie aus, die gigantischen Stadien, die im hintersten Osten der Ukraine von milliardenschweren Oligarchen errichtet werden. Hier liegt die Machtbasis von Präsident Janukowitsch, der das Land derzeit in die autoritäre Vergangenheit zurückkatapultiert. Die Fußballeuropameisterschaft 2012 wird die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf Länder richten, die sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozeß befinden. Vier polnische und vier ukrainische Autoren porträtieren die acht Austragungsorte - Breslau, Danzig, Posen, Warschau, Lemberg, Kiew, Charkiw, Donezk - und erzählen, wie sich dieser dramatische Wandel auf ihr Leben, auf den Fußball und auf die Städte ausgewirkt hat, in denen sie zu Hause sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.06.2012

Mit großer Freude hat Christian Thomas zwei Erzählbände gelesen, die ihm als literarisch hochwertige Schlachtgesänge die diesjährige Fußball-EM verschönerten. "Wodka für den Torwart" versammelt elf Geschichte ukrainischer Autoren, während bei "Totalniy Futbol" neben ukrainischen auch polnische Autoren vertreten sind. Unmöglich auseinanderzutüfteln, welche Geschichte in welchem Band steht, Thomas schwärmt von Serhij Zhadans Wortkünsten ebenso wie von Andruchowytschs Hingabe oder Geschichte über Transkarpatien, das "ukrainische Brasilien".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2012

Ganz hingerissen zeigt sich Oliver Jungen von diesem von Serhij Zhadan herausgegebenen Band, in dem polnische und ukrainische Autoren die Austragungsorte der Fußball-Europameisterschaft vorstellen. Die Autoren betreiben für ihn keineswegs Schönfärberei, sie verschweigen die Mängel der EM-Gastgeberländer - von der unzulänglichen Sexualaufklärung in Polen bis zu den Demokratiedefiziten in der Ukraine - nicht, sondern nehmen sie humorvoll aufs Korn. Im Kern aber sind die Essays nach Ansicht Junges begeisterte Liebeserklärungen an den Fußball, die in ihrer Begeisterung und Vorfreude auf das Fußball-Ereignis ansteckend wirken.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2012

Meist wird es schnell langweilig, wenn Intellektuelle über Fußball schreiben, meint Christoph Schröder. Nicht so hier. Die Essays des von Serhij Zhadan herausgegebenen Band "Totalniy Futbol" findet er kurzweilig, aufschlussreich und lesenswert. Die Texte von polnischen und ukrainischen Autoren, die sich den acht Austragungsorten der Fußball-Europameisterschaft widmen, zeichnen sich in seinen Augen durch ihren "eigenwilligen Zugang", ihren "originellen Blickwinkel" aus: sie stellen Fußballgeschichte in den Kontext der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Neben Marek Bienczyks Beitrag über das alte X-lecia-Stadion in Warschau hebt er Pawel Huelles Geschichte von Herrn Janek und Piotr Siemions "hochliterarischen" Text über Breslau hervor. Das Buch, ist sich Schröder sicher, wird auch nach dem Ende der EM eine "lohnende Lektüre" sein.
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