Im Zuge von Modernisierung und Parteienkritik tauchen immer wieder populistische Bewegungen und Politiker auf. Während in West- und Osteuropa aktuell eher ein Rechtspopulismus vorherrscht, lässt sich in Nord- und Südamerika sowie Teilen der sog. Dritten Welt ein Populismus feststellen, der auf widersprüchliche Weise linke wie rechte Erscheinungsformen verbindet. Während Populisten in anderen Weltregionen fast zur Normalität gehören, ruft ihr Erscheinen in Europa (Haider, Berlusconi) heftige Kontroversen hervor. Besteht zwischen dem Aufstieg populistischer Politiker in aller Welt eine Beziehung? Befindet sich der Populismus auch in den Industriegesellschaften auf dem Vormarsch? Welche "Leistungen" können Populisten eigentlich vorweisen? Nach einem einführenden Teil werden einzelne Populisten bzw. populistische Parteien untersucht. Abschließend geht es um die Frage, ob der Populismus in der Bundesrepublik Deutschland an Bedeutung gewinnen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2003
"Großen Aussagewert" bescheinigt Rezensent Giselher Schmidt diesem Sammelband über den Populismus. Übrzeugend herausgearbeitet findet er etwa im Beitrag von Hans-Jürgen Puhle das Schmitt'sche Freund-Feind-Prinzip des Populismus und sein Beharren auf "Anti-Positionen", die sich zwar gegen Bürokratie, Liberalismus, Eliten oder Globalisierung richten können, sich aber meist damit zufrieden geben, gegen das Establishment zu sein. Sehr wichtig scheint dem Rezensenten auch die getroffene Unterscheidung zwischen Populismus als "Bewegung" und Populismus als "Politikstil". Letzterer bediene sich verstärkt populistischer Techniken und Instrumente und sei in der modernen Massendemokratie immer häufiger anzutreffen.
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