Das Buch basiert auf einer breit angelegten standardisierten Befragung von über 5.200 Schülern aus Bayern, Ost-Berlin, West-Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen zu ihren Kenntnissen und ihrem Urteil über die DDR und das geteilte Deutschland. Zusätzlich wurden mehrere hundert Schüler in Einzel- und Gruppengesprächen nach den Gründen für ihre Bewertungen gefragt. Um die Ergebnisse einordnen zu können, enthält das Buch Kapitel zum allgemeinen Verständnis von Geschichtsbildern und Geschichtspolitik, zu Geschichtskenntnissen und Geschichtsbildern in der Bevölkerung, zum Bild der DDR in der ost- und westdeutschen Bevölkerung und in der Wissenschaft sowie in Lehrplänen und ausgewählten Schulbüchern. Dabei zeigt sich, dass die verharmlosende und verklärende Sicht auf die SED-Diktatur, die bei vielen, vornehmlich ostdeutschen Schülern vorhanden ist, ebenfalls in weiten Teilen der (ostdeutschen) Bevölkerung und auch unter Wissenschaftlern anzutreffen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2009
Günther Heydemann begrüßt diese Studie von Klaus Schroeder und Monika Deutz-Schroeder über das DDR-Bild von Schülern in Bayern, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen zwanzig Jahre nach dem Mauerfall. Er schätzt diese empirische Untersuchung, eine Befragung von über 5000 Schülern, als überaus fundiert und hält fest, dass sie als "durchaus repräsentativ" gelten kann. Detailliert referiert er die Resulte der Untersuchung. Dass, wie die Studie ergibt, ein beträchtlicher Teil der Schüler ein geschöntes Bild von der DDR hat und sich nicht über deren Diktatur-Charakter im Klaren ist, findet Heydemann besorgniserregend. Im Blick auf den Unterricht wird für ihn ein "inhaltliches und didaktisches Defizit" hinsichtlich der DDR deutlich. Ein Verdienst der Studie besteht für ihn jedenfalls darin, auf ein "relevantes, gesamtgesellschaftliches Problem unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung" hinzuweisen.
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