Edgar Wolfrum

Die Mauer

Geschichte einer Teilung
Cover: Die Mauer
C. H. Beck Verlag, München 2009
ISBN 9783406585173
Gebunden, 191 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Eine Mauer um Berlin zu bauen, um 16 Millionen Menschen einzusperren, diese Idee war ungeheuerlich. Wieso reagierten die Westmächte so lax, während die Deutschen geschockt waren? Warum rissen die Berliner die Mauer nicht ein? Was bedeutete die Einmauerung für das Leben in der DDR? Wer gewöhnte sich an die Mauer? Menschen, die von Deutschland nach Deutschland wollten, setzten ihr Leben aufs Spiel, viele Fluchten misslangen, etliche glückten. Von West-Berlin aus glich die Mauer seit den 1980er Jahren einer knallbunt bemalten Leinwand, doch im Osten wurde der Todesstreifen mit modernsten elektronischen Mitteln perfektioniert. 1989/90 kam das Ende der DDR als Mauerstaat. Warum fiel das unmenschliche Bauwerk so plötzlich, welche Rolle spielte Gorbatschow? Edgar Wolfrum erzählt die Staunen erregende Geschichte einer Teilung und Wiedervereinigung.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.05.2009

Martin Sabrow bespricht Edgar Wolfrums Studie zusammen mit Frederick Taylors viel längerer Darstellung der Mauergeschichte unter dem gleichen Titel "Die Mauer". Wo Taylor dramatisiert und die Geschichte der Mauer als einen packenden Konflikt darstellt, erweist sich Wolfrum nach Sabrow als Erzähler und sachlicher Analytiker. Auch diese Erzählweise hat für Sabrow Vorteile, sie schafft es, neben den bei Taylor im Vordergrund stehenden Protagonisten der Geschichte auch die graue Realität der Mauer in den Blick zu rücken: Sie war ein Kompromiss, führte in einen Status quo und enthielt doch von Anfang an den Keim ihres Endes in sich. Am Ende wurde sie morsch und wäre so oder so gefallen, meint Sabrow nach Lektüre beider Bücher.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2009

Claudia Schwartz schätzt Edgar Wolfrums Buch des über die Geschichte der Berliner Mauer. Sie bescheinigt dem Zeithistoriker, einen analytischen Zugang zum Thema sowie eine knappe Darstellung. Die Mauer erscheine hier als Beruhigungsfaktor, der die Menschen in Ost und West zwang, die deutschlandpolitischen Realitäten zu akzeptieren. Wolfrum macht für Schwarz deutlich, dass die Mauer, langfristig gesehen, das Scheitern der DDR mitbegründete. Mit Sinn für das Wesentliche lege der Autor die Faktoren dar, die zum Fall der Mauer beitrugen.