Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. An einem heißen Sommertag, gleich nach der Frühmesse, liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ab. Seine Frau ist schon wieder schwanger, noch ein Maul wird zu stopfen sein. Sollen die kinderlosen Kinsellas die Kleine also ruhig so lange dabehalten, wie sie wollen… So findet sich das Mädchen an einem seltsam fremden Ort wieder: Hier gibt es einen Brunnen, der nie austrocknet, Milch und Rhabarber und Zuwendung im Überfluss. Hier gibt es aber auch ein trauriges Geheimnis, das einen Schatten auf die leuchtend leichten Tage wirft, auf diesen einen glücklichen Sommer, in dem das Mädchen lernt, was Familie bedeuten kann. "Das dritte Licht" ist eine kleine, große Geschichte darüber, was ein Kind zum Leben braucht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2013

Claire Keegan ist wohl "die interessanteste Stimme der gegenwärtigen irischen Literatur", vermutet Jochen Schimmang, der auch von ihrer Erzählung "Das dritte Licht" wieder hellauf begeistert ist. Ein Mädchen wird von ihren Eltern für die Ferien zu entfernten Verwandten geschickt, Zuhause rennen ohnehin genug Blagen rum, und wenn es nach ihnen ginge, könnte das Mädchen eigentlich gleich wegbleiben, berichtet der Rezensent. Das inzwischen erwachsene Mädchen erzählt in der Rückschau von diesem Sommer bei den Kinsellas, der sich glücklicher gestaltet als sie befürchtet hatte, auch wenn sie bis zuletzt eine betonte Distanz zu ihren einstweiligen Pflegeeltern hält. Trotz der Rückschau erzählt das Mädchen im Präsens und das ist wichtig für die Stimmung der Geschichte, erklärt Schimmang, überhaupt zeichnet sich Keegans Stil durch eine große Musikalität aus, die Tonhöhe, die Nuancen sind wichtig, aber auch die Pausen und Aussparungen. So großartig findet Schimmang die Autorin, dass er sogar die Lobeshymnen einiger bekannter Kollegen in der Hoffnung heranzieht, vielleicht den einen oder die andere doch dazu zu bewegen, zu diesem Bändchen zu  greifen.
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