Michael Mueller, Peter F. Müller

Gegen Freund und Feind

Der BND: Geheime Politik und schmutzige Geschäfte
Cover: Gegen Freund und Feind
Rowohlt Verlag, Reinbek 2002
ISBN 9783498044817
Gebunden, 719 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Am Bundesnachrichtendienst scheiden sich die Geister: Überflüssig oder unverzichtbar? Unfähig oder gefährlich? Williger Diener der Politik oder eigenwilliger Akteur an den Brennpunkten der Welt gegen Freund und Feind? Die Pullacher Schlapphüte lassen sich nicht gern in die Karten schauen. Was ist dran an dem Mythos um die Gründergestalt Reinhard Gehlen? Und worauf gründet sich der zweifelhafte Ruf vom Pleiten-, Pech- und Pannendienst? In ihrem Buch, das eine zweiteilige WDR-Dokumentation vertieft, erzählen die Autoren die komplette Geschichte des BND anhand von bisher unveröffentlichten Dokumenten und Gesprächen mit Zeitzeugen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002

In diesem Buch, bemerkt der Rezensent Jochen Bittner überrascht, das sich immerhin mit dem Bundesnachrichtendienst und seiner Geschichte beschäftige, finde der 11. September auf lediglich sechs Seiten Erwähnung. Dies sei zwar nicht fatal, doch mache es das Buch unweigerlich zu einer Chronik und "Bilanz des Gestern" - ein "Report des Heute" könne es unter diesen Umständen nicht sein. Doch obwohl das Verfasserduo "nicht viel Neues" präsentiere, sei jedoch vieles mit "neuer Sorgfalt" dargestellt. Doch laut Bittner gelangen die Chronisten, am Ende ihrer "manchmal allzu gründlichen, aber doch profunden" Untersuchung zu einer "gewagten These", nämlich dass die "Bedrohungsszenarien" auch nach dem 11. September weitgehend unverändert seien. Bittner nennt dies eine "eigenwillige Interpretation" und macht keinen Hehl daraus, dass er diese Ansicht nicht teilt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002

Hier liegt kein Enthüllungsbuch vor, wie der Titel vermuten lässt, klärt uns Nicolas Richter auf. Peter F. Müller und Michael Mueller hätten eher ein Geschichtsbuch über die Entstehung des BND, seine Entwicklung, seine Erfolge und Niederlagen geschrieben. Zwar zeichnen die Autoren ein "differenziertes Bild" des deutschen Geheimdienstes, etwa seine Verstrickung in und die Abhängigkeit von der Politik, an vielen delikaten Stellen ende das Buch aber leider mit dem immergleichen Hinweis, die Sache sei nie aufgeklärt worden, beklagt sich Richter. Und überhaupt ende es zu früh, nämlich vor dem laufenden Kampf gegen den Terorismus. Immerhin aber, gesteht Richter, beschreiben die Autoren die Ursachen der gegenwärtigen Lage. Mehr aber leider nicht.
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