Kai Hirschmann

Geheimdienste

Cover: Geheimdienste
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2004
ISBN 9783434462354
Taschenbuch, 96 Seiten, 8,60 EUR

Klappentext

Mein Name ist ... Bond, James Bond. Ja, so stellt man sich die Welt der Geheimdienste vor: smarte Agenten, schöne Frauen, Abhörtechnik vom feinsten. Doch wie sieht die Welt der Geheimdienste wirklich aus? Fragen über Fragen: Zunächst die einfachen: Wie wird man Agent? Was sind V-Leute? Wie kommen Geheimdienste an ihre Informationen? Was sind die typischen Abhörfelder und welche Rolle spielt die Technik dabei? Dann natürlich die internationale Dimension: Wer arbeitet wo und für wen? Hören sich Geheimdienste gegenseitig ab? Schließlich Geheimdienstarbeit in Deutschland: Welche Organisationen gibt es? Was unterscheidet den BND vom MAD? Und auch die politische Dimension kommt nicht zu kurz: Wann überschreitet die Arbeit der Dienste die Legalität? Wer überprüft ihr Vorgehen und kontrolliert das Ergebnis? Was passiert mit gespeicherten Daten? Mit anderen Worten: Warum Vertrauen gut ist, Kontrolle aber besser.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004

Dieser Band, so Rezensent Henning Hoff, sei all denen empfohlen, die sich "kurz und kompetent" über die Welt der Geheimdienste informieren möchten. Denn Kai Hirschmann sei es gelungen, "auf weniger als hundert Seiten in ein durchaus komplexes Thema knapp und verständlich einzuführen". Seinem Thema, so Hoff, nähert sich Hirschmann "von verschiedenen Seiten", und er macht von vornherein klar, dass "Geheimdienstalltag" nichts mit gerührten oder geschüttelten Martinis zu tun hat. Das, was man sich landläufig unter Geheimdienstarbeit vorstelle, die sogenannte "operative Welt", mache höchstens ein Fünftel der Gesamtaktivität aus, während die meisten Informationen schlicht und ergreifend aus "allgemein zugänglichen" Quellen stammten. Aus Hirschmanns Darlegungen, so der Rezensent, geht hervor, dass die deutschen Geheimdienste international "aus dem Rahmen fallen", weil für sie das "Trennungsgebot" gilt, will heißen, dass sie über keine "Zwangsbefugnisse" wie Durchsuchung oder Festnahme verfügen. Abschließend skizziere Hirschmann "jüngste Geheimdienstfälle" und erkläre, dass nicht die Menge an Informationen für Erfolg oder Scheitern entscheidend sei, sondern deren Auswertung, "die oft einem 'Puzzle ohne Vorlage' gleicht". Nur über die "zukünftige Rolle" der Geheimdienste in der Welt hätte der ansonsten sehr zufriedene Rezensent gerne mehr erfahren.

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