Herausgegeben von Stephan Egger und Franz Schultheis. In seinen Schriften zur Theorie sozialer Klassen entwickelt Halbwachs, zunächst in Auseinandersetzung mit den Auffassungen der deutschen Nationalökonomie, dann im Verlauf seiner Untersuchungen zur Arbeiterklasse, gegen jeden "Realismus" im Klassendenken eine Vorstellung, die im Verhältnis von "Berufsschicksal" und "Lebensweise" ein Maß der inneren und äußeren Aneignung der herrschenden Kultur, der Teilhabe an den gesellschaftlichen Gütern zum Ausdruck kommen sieht. Es sind diese sozial verfügten, sozial wahrgenommenen und sozial bewerteten Lebensweisen, an deren Grenzen sich die "Klassen" scheiden.
Jörg Lau begrüßt es sehr, dass hier ein Buch mit Essays des Autors erschienen ist, zumal man Halbwachs hierzulande bestenfalls als Schöpfer des Begriffs des 'kollektiven Gedächtnisses' kennt. Die Lektüre des Buchs kann Lau unbedingt empfehlen, doch macht er aus seiner Befürchtung keinen Hehl, dass ein Buch mit einem solchen Titel heutzutage nicht eben ein Renner werden dürfte. Dabei ist die Bedeutung von Klassenschranken nach wie vor immens, findet Lau, auch wenn dies in der heutigen Informationsgesellschaft und in Zeiten von "Mikrochips, virtuellen Welten, Nano- und Biotechnik" gerade von Angehörigen der Mittelklasse gerne verdrängt werde. Dabei gibt es doch, so Lau, nach wie vor Klassen, die sich durch ihren "Zugang zur materiellen Welt, zur stofflichen Natur" definieren. Und auch "Phänomene wie der Klimawandel und die Gentechnik" machen Gedanken über Gesellschaft und Materie wieder aktuell. Insofern könne sich dieses Buch als "erstaunlich hilfreich erweisen", resümiert der Rezensent.
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