Wie Schneewittchen im Sarg liegt der steinerne Hindenburg in seiner Grube auf dem Kyffhäuser. Seit 1939 stand er neben Barbarossa und Wilhelm I. Die Geschichte des Denkmals erzählt vom nazistischen Hindenburg-Mythos und von Schwierigkeiten mit der Entsorgung deutscher Geschichte. 1947 auf Geheiß der Sowjetischen Militäradministration umgestürzt, wurde der Koloss 2004 wieder ausgegraben, jedoch nicht wieder aufgestellt.Matthias Steinbachs Geschichte des Verschwindens und Wiederauftauchens unternimmt einen Gang durch Landschaft und Literatur entlang des Berges. Es geht um Verschüttungen, Verdrängungen, Erfindungen und Überschreibungen. Die Leserschaft erfährt, wie sich die Geisterstimmen der Vergangenheit zu den Missverständnissen der Gegenwart verhalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2025
Ein Denkmal und seine Geschichte lernt man in diesem Buch laut Rezensent Eckart Conze kennen. Im Kyffhäuser stand, fasst Conze Matthias Steinbachs Buch zusammen, eine fünf Meter hohe Hindenburg-Statue, 1939 wurde sie eingeweiht, 1947 auf Befehl der Sowjets gestürzt, allerdings nicht zerstört, sondern nur vergraben - und um 2000 wieder ausgegraben, von einem Hotelwirt. Jetzt soll sie, fährt Conzes Rekonstruktion fort, nicht etwa wieder aufgestellt, sondern liegend ausgestellt werden, als Tourismusattraktion. Quellennah erzählt Steinbach die Geschichte dieses Denkmals, beschreibt der Rezensent, in dem sich die deutsche Geschichte in vielfacher Hinsicht spiegelt. Die eine Mastererzählung entsteht dabei nicht, lernen wir, Geschichte wird hier über ihre Um- und Irrwege geschrieben. Der Kyffhäuser mitsamt des Wilhelms-Denkmals als Sehnsuchtsort deutscher Nationalisten kommt im Buch vor, fährt die Rezension fort, auch die politische Rolle Hindenburgs, der Hitler zur Macht verhalf, wird thematisiert. Insgesamt scheint Conze Steinbachs Buch mit einigem Gewinn gelesen zu haben.
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