Rainer Karlsch

Familienunternehmen in Ostdeutschland

Niedergang und Neuanfang von 1945 bis heute
Cover: Familienunternehmen in Ostdeutschland
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2023
ISBN 9783963117145
Gebunden, 368 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Mit s/w- und Farbabbildungen. Die populärwissenschaftliche Darstellung zeigt erstmals die Auswirkungen der Verdrängungs- und Enteignungspolitik der sowjetischen Besatzungsmacht und des SED-Regimes für die Familienunternehmenslandschaft in Ostdeutschland bis heute auf. Die staatsdirigistischen Eingriffe führten zum einen zur Abwanderung von Betrieben in den Westen. Zum anderen zeigten sich nun erst recht Resilienz, Einfallsreichtum und Beharrlichkeit der verbleibenden Familienunternehmer. Nach der friedlichen Revolution machten sich viele Unternehmer aus Ost und West auf, die Familientraditionen wiederzubeleben. Auf den harten Strukturbruch in den 1990er Jahren folgte eine partielle Reindustrialisierung. Heute sind 92 Prozent der ostdeutschen Betriebe Familienunternehmen. Der Wirtschaftshistoriker Rainer Karlsch arbeitet in dem reich bebilderten, von der Stiftung Familienunternehmen herausgegebenen Buch zahlreiche individuelle Geschichten durch unterschiedlichste Branchen auf: Viele davon sind Erfolgsgeschichten trotz widrigster Umstände.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2024

Rezensent Tillmann Neuscheler hat Rainer Karlschs Sachbuch mit großem Interesse gelesen. Darin schildert der Wirtschaftshistoriker die wechselhafte Geschichte ostdeutscher Familienunternehmen zur Zeit der DDR. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Neuscheler zufolge die meisten derjenigen Unternehmen, die nicht in den Westen abgewandert waren, verstaatlicht; andere - wie die Modefirma Bormann und das Comic-Unternehmen Johannes Hegenbarth - konnten weiter wirtschaften, unterlagen dabei aber strengen Vorgaben. Nach dem Mauerfall, so resümiert Neuscheler, war trotz teils erfolgreicher Anträge auf Rückübertragung der Neuanfang für viele Unternehmen schwierig. Karlschs an Beispielen reiches Sachbuch kann der Rezensent, der besonders die eindrucksvolle Darstellung lobt, zur Lektüre empfehlen.

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