Massimo Carlotto

Die dunkle Unermesslichkeit des Todes

Roman
Cover: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
Tropen Verlag, Stuttgart 2008
ISBN 9783608502008
Gebunden, 190 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Silvio Contin, Weinhändler in einer venezianischen Kleinstadt, führt ein unbeschwertes Leben mit seiner hübschen Frau und einem kleinen Sohn. Doch eines Tages nehmen zwei Männer bei einem Raubüberfall Frau und Sohn als Geiseln und töten sie kaltblütig. Der Verlust lässt Contin tief fallen, bis ihn 15 Jahre nach der Tragödie ein Gnadengesuch des inhaftierten und mittlerweile schwer kranken Mörders, Raffaello Beggiato, erreicht. Langsam begreift Contin, dass dies die Chance seines Lebens ist: Rache.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.10.2008

In eine Welt aus "Gewalt und Gier, Wahn und Verdrängung" hat sich Christoph Haas begeben und es offenbar sehr genossen. Wir wir vom Rezensenten erfahren, findet wir in Massimo Carlottos neuem Krimi etwa folgende Konstellation: Ein Überfall geht schief, es gibt Geiseln und Tote und im Anschluss einen zu Lebenslang Verurteilten. Nach fünfzehn Jahren ist dieser unheilbar am Krebs erkrankt und versucht den gebrochenen - und heruntergekommen - Mann und Vater der erschossenen Geiseln dazu zu bewegen, ein Gnadengesuch zu stellen. Wie Carlotto diese beiden Schiksale miteinander verknüpft, wie er Lebenswillen und Todeserfahrung miteinander verschränkt, das hat den Rezensent nicht losgelassen. "Packend" findet er das, düster und selbst noch im Happy-End sehr "trostlos".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2008

Der Rezensent Steffen Richter ist ziemlich beeindruckt von diesem Kriminalroman von Massimo Carlotto, der sich mit einem Gewaltexzess beschäftigt - mit seinen Folgen, nicht mit der "üblichen Frage nach dem Zustandekommen". Die "dunkle Unermesslichkeit des Todes" aus dem Titel - damit ist die Trauer des Vaters einer erschossenen Geisel gemeint. Sie gibt dem Roman den düsteren Drive. Aber die Folgen der Tat werden laut Richter auch aus der Perspektive des Täters beleuchtet, der nach 15 Jahren Haft freikommt und seinen Anteil an der Beute haben will. Beide Perspektiven werden laut Richter "präzise und erschütternd" ineinandergeblendet. Positiv vermerkt Richter auch Carlottos Verzicht auf ein moralisierendes Räsonieren: Alle Reflexion steckt im Plot des Romans.
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