Franz Dobler

Ein Schuss ins Blaue

Kriminalroman
Cover: Ein Schuss ins Blaue
Tropen Verlag, Stuttgart 2019
ISBN 9783608503463
Gebunden, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Ex-Polizist Fallner würde sich lieber aus der Sicherheitsfirma seines Bruders verabschieden - und landet im Labyrinth deutscher Probleme. Mit seinem jüdischen Partner Landmann soll er einen islamistischen Attentäter aufspüren, auf den ein Kopfgeld von zwei Millionen ausgesetzt ist. Der Gesuchte hält sich angeblich in München auf. Dabei ist nicht mal klar, von wem der Hinweis eigentlich kommt. Könnte es sein, dass die private Sicherheitsfirma nur benutzt wird? Von rechtsradikalen Seilschaften in staatlichen Sicherheitsbehörden vielleicht? Wenn ja, warum? Zum Glück hat Fallner besten Polizeikontakt: seine Frau Jaqueline, Hauptkommissarin. Die sich allerdings lieber um die Vierzehnjährige aus einer kaputten deutschen Familie kümmern würde, die bei ihnen Asyl gesucht hat. Sie stellt "Vater" Fallner tausend Fragen pro Minute, und er muss mit ihr sogar in die Kirche gehen. Du sollst nicht töten, sagt der liebe Gott. Aber zwei Millionen für einen miesen Killer, das bedeutet einen Sonderfall.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.11.2019

Wer Franz Doblers dritten Fallner-Krimi zu rasch liest, dem könnte das Wichtigste entgehen, warnt Rezensentin Sylvia Staude. Das Wichtigste, was ist das? Nicht die Krimi-Action, von der es eh relativ wenig gibt in diesem Roman, meint sie: Der Ex-Polizist Fallner arbeitet inzwischen für seinen Bruder als private Sicherheitskraft, er soll einen Mann observieren, der laut seinem Chef unter Terror-Verdacht steht. Das Wichtige jedoch ist alles, was dazwischen passiert: Die Abende in von Gentrifizierung unberührten Kneipen, die Unterhaltungen mit der 14-jährigen Nadine, die vielen Momente mit Obdachlosen, Alt-Punks, Ex-Polizisten, Geflüchteten in den Münschner Seitenstraßen und U-Bahnhöfen - überwiegend Leute und Orte, mit denen man außerhalb der Literatur nicht unbedingt in Berührung kommen würde, so Staude.

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