Wenige Städte haben in der Geschichte des Buchwesens seit dem Ausgang des Mittelalters eine so bedeutende Rolle gespielt wie Leipzig. Aufs Ganze gesehen ist die "Buchstadt" nur mit den Weltmetropolen Paris und London vergleichbar. Doch so unstrittig die Bedeutung Leipzigs für die Entwicklung des deutschen und europäischen Buchwesens ist, so unbefriedigend ist der Stand der Erforschung der Leipziger Buchgeschichte. Das Lexikon bietet erstmals in der Gestalt eines biografischen Nachschlagewerkes einen Gesamtüberblick über das Leipziger Buchgewerbe von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis zum Beginn der Industriellen Revolution im Jahr 1826. Der erste Band führt zurück in die ungewissen Anfänge zu Beginn des 15. Jahrhundert, zeichnet die sich langsam entwickelnden Gewerbe der Buchbinder (ab 1420), Buchmaler (ab 1455), Buchhändler (ab 1470) und schließlich der Buchdrucker (ab 1478/80) nach und führt bis zur Einführung der Reformation im Herzogtum Sachsen (1539), einer der großen Zäsuren der Leipziger Buchgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2020
Dass es längst bedeutendere Buchstädte als Leipzig gibt, konnte dem Rezensenten Andreas Platthaus schon Thomas Keiderling in seiner Studie "Aufstieg und Niedergang der Buchstadt Leipzig" von 2011 nachweisen. Und dennoch stürzt sich der Kritiker fasziniert auf den ersten Band eines geplanten "Mammutwerks" zum Thema, das der Leipziger Verleger Mark Lehmberg nun begonnen hat. Schon in diesem die Jahre 1420 bis 1538 umfassenden Band erkennt der Rezensent Lehmstedts geballtes Wissen, etwa wenn er ihn in alphabetischer Ordnung von einem der ersten Leipziger Buchdrucker, Arnold von Köln oder von Benedict Zschederich informiert. Die Ausgabe ist zwar mehr Nachschlagewerk als Sachbuch und infolge eher dokumentarisch als erzählerisch, räumt Platthaus ein. Aber schon wegen der Bilderfülle empfiehlt er dieses kenntnisreiche "Grundlagenwerk" gern.
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