Anknüpfend an die Arbeiten von Hans Keilson wird das Thema von Trauma und Erinnerung psychoanalytisch und literaturwissenschaftlich erhellt. Zur Sprache gebracht werden soll, was sich in der geschichtlichen Realität, aber auch in der literarischen Darstellung der Sprache zu entziehen scheint. Hans Keilson, Psychoanalytiker und Schriftsteller hat durch seine Studien zur sequentiellen Traumatisierung einen der wichtigsten Beiträge zur aufklärenden Annäherung an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, den Holocaust und seine Folgen, geleistet. Zu seinem 90. Geburtstag wurde vom Institut für Psychoanalyse der Universität Gesamthochschule Kassel, der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Philosophische Grundlagenprobleme und dem Alexander-Mitscherlich-Institut in Kassel ein Symposium abgehalten. Die dort gehaltenen Vorträge sind in diesem Band versammelt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2001
Lutz Hagestedt scheint es sehr zu begrüßen, dass der Psychoanalytiker, Romanautor und Dichter Hans Keilson hier nun endlich mit einem Band gewürdigt wird. Keilson hat sich als Psychoanalytiker ausführlich mit traumatisierten Kindern beschäftigt, wie der Leser erfährt. Die Fallgeschichten, die hier zur Sprache kommen, kombinieren nach Hagestedt "nicht nur individuelle Lebensgeschichten mit statistisch-quantitativen Analysen, sie bieten auch makellose Prosa". In Beiträgen anderer Autoren wiederum sieht der Rezensent den "Weg und die literarische Entwicklung des Dichters, Erzählers und Essayisten" anschaulich nachgezeichnet, etwa Keilson "Wandlung von einer 'zunächst neuromantisch getönten Subjektivität' zu einer 'undogmatisch-humanen politischen Verantwortung'".
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…