Margit Kern

Tugend versus Gnade

Protestantische Bildprogramme in Nürnberg, Pirna, Regensburg und Ulm
Cover: Tugend versus Gnade
Gebr. Mann Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783786123910
Gebunden, 493 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Wie verändert die Ablehnung der Werkgerechtigkeit die Tugendikonografie und die Hierarchien der dargestellten virtutes in den öffentlichen Bildprogrammen protestantischer Städte, lautet die zentrale Frage der exemplarisch angelegten Untersuchung. Nicht nur in der Ethik, sondern auch in der Malerei musste eine Antwort auf Luthers Rechtfertigungslehre gefunden werden. Dabei war eine zentrale Forderung zu erfüllen: Bestimmte, im städtischen Zusammenleben notwendige Normen sollten in den Bildprogrammen angemahnt werden, ohne dem Betrachter zu suggerieren, er könne durch tugendhaftes Handeln an seinem Seelenheil mitwirken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.08.2003

Für Martin Luther, erklärt Valeska von Rosen, war Tugendhaftigkeit "unter dem Aspekt der Heilserlangung irrelevant". Trotzdem seien gerade zur Zeit der Reformation, und gerade in protestantischen Gegenden eine große Anzahl Tugendzyklen entstanden. Dieses Paradox nehme Margit Kern zum Ausgangspunkt ihrer Untersuchung der Bilddarstellung der Tugend. Das Ergebnis ihrer ebenso soliden wie "differenzierten Ausdeutungen": Gute Taten mögen nicht mehr heilsrelevant gewesen sein, aber sie waren nichtsdestotrotz zu leisten. Die Bildsprache zielte demnach auf die "Ausbildung eines Bewusstseins zur Selbstkontrolle" ab. Erlösung oblag allein der Gnade Gottes - das Ausrufezeichen hinter den Tugenden blieb dennoch erhalten.

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