Das Buch stellt die Frage nach der Bedeutung der Farbe als einem Schlüsselphänomen der visuellen Kultur der Renaissance im Rahmen der Wiederentdeckung des Poetischen am Beginn der Frühen Neuzeit. Anhand einer Vielzahl von geistesgeschichtlichen und kunsttheoretischen Quellenbelegen zeichnet die Arbeit die Konturen einer am Übergang vom 15. ins 16. Jahrhundert entstehenden neuzeitlichen Farb- und Bildmetaphorik nach. Neben exemplarischen Interpretationen enthält die Darstellung eine neue Sichtung der literarischen und kunsttheoretischen Äußerungen zu Raphaels Farbe aus fünf Jahrhunderten und ein Kapitel zur Stellung der Farbe im Auftraggeberkontrakt und im Werkprozess.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999
Jene kunstwissenschaftliche Schule, die sich auf die Farbe in der Malerei konzentriert - so erläutert Hubert Locher zu Beginn seiner Kritik - sei immer auf eine Interpretation aus der "reinen Anschauung" und weniger auf stilgschichtliche Einordnung aus gewesen. Wagner zeige, wie vielfältig Raffael die Farbe einsetze und wie sie bei ihm zur Metapher werde. Mit seiner Methode gelängen ihm auch einige genauere Datierungen von Raffaels Bildern. Locher warnt, dass Farbanalysen für Laien oft schwere Kost seien, lobt aber Wagners "sprachliche Gestaltungskraft". Er kritisiert allerdings das etwas zu knappe dritte Kapitel, das die "konkreten materiellen und arbeitstechnischen Aspekte" hätte klären sollen. Hier seien Wagner auch Missverständnisse bei der Interpretation seiner Quellen unterlaufen.
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