Das Schlagwort von der "Achse Berlin-Rom", mit dem Mussolini die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Reich und Italien beschrieb, sollte die Assoziation von Stärke, Stabilität und Gleichwertigkeit hervorrufen. Doch wie abgestimmt, wie ausgeglichen, wie kraftvoll verlief die Kooperation zwischen den beiden faschistischen Staaten wirklich? Zweifelsohne bahnte sich bereits Ende 1940 im Zusammenhang mit den italienischen Niederlagen auf dem Balkan und in Griechenland ein deutlicher Wandel in den Beziehungen der Achsenmächte an. Aber ist es richtig, wenn Historiker wie MacGregor Knox oder Brunello Mantelli schon das Italien des Jahres 1941 als "deutschen Satellitenstaat" bezeichnen? Malte König untersucht sowohl die Diplomatie-, Militär- und Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder als auch ihre Zusammenarbeit in Presse und Rundfunk, wobei er hier ein Augenmerk auf die Versuche gegenseitiger Beeinflussung richtet. Weiterhin wird die Kooperation in den gemeinsamen Besatzungsgebieten und der Grenzregion Südtirol hinterfragt. Reibungspunkte, die sich etwa aus der steigenden Präsenz der befreundeten Volksgruppe im eigenen Land ergaben, und die Rezeption der deutsch-italienischen Beziehungen durch die Bevölkerung werden mit in den Blick genommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2007
Malte Königs Studie über das faschistische Achsenbündnis Deutschlands und Italiens hat Rudolf Lill rundum überzeugt. Im Mittelpunkt der Arbeit sieht er die Beziehung der beiden Länder nach Kriegsbeginn, wobei der Autor eingehend auf Kriegsgeschehen,Wehrwirtschaft, Handel, Presse, Rundfunk, "öffentliche Stimmungen", gemeinsame Besatzungsgebiete, die deutsche Präsenz in Italien und die Behandlung italienischer Arbeiter in Deutschland eingeht. Lill bescheinigt König, anhand zahlreicher Quellen klar herauszuarbeiten, wie brüchig die Beziehungen der beiden Länder waren und wie sich die Kluft zwischen ihnen zunehmend vergrößerte, bis es 1943 zum Bruch des Bündnisses kam. Auch die Ursachen des prekären Paktes wie konkurrierende Ziele, unterschiedliche Stärke und beiderseitiges Misstrauen stellt König in Lills Augen überzeugend dar.
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